Schicht im Schacht

Es herrscht Abschiedsstimmung im Besucherbergwerk „Drei Kronen und Ehrt“ in Rübeland. Die Grube wird verfüllt und gesichert. Ein Stück Bergbaugeschichte Mitteldeutschlands ist damit unweigerlich zu Ende. Dabei hatte man hier unter Tage einst sogar einen Hauch Gold gefunden.

Die Belegschaft der Schwefelkiesgrube „Einheit“ zählte zu Spitzenzeiten 460 Mitarbeiter. Gefördert wurde hier anfangs Eisenerz, später Schwefelkies. Von 1939 bis 1990 insgesamt 7 100 000 Tonnen. Mit der Wende kam für die Vorzeige-Grube der ehemaligen DDR schlagartig das Aus. Allerdings nicht unvorhersehbar. So wurde die auf dem Weltmarkt bis dato geförderte Tonne Schwefelkies mit 90 Mark bezahlt, in der „Einheit“ wurde sie mit einem Aufwand von 350 Mark abgebaut. Ein letzter Hoffnungsschimmer habe sich nach dem Finden von Goldspuren im Erz gezeigt. Von einem Anteil von 0,4 Prozent wurde gesprochen, was einer Sensation gleich gekommen wäre. Doch die Euphorie verflog recht schnell, man hatte sich leider in der Kommastelle geirrt, es waren nur 0,04 Prozent ...

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Der schwarze Müller

Seit einigen Jahren regt sich wieder etwas in der alten Kreuzmühle. Remo Sorge, ein Bildhauer aus Rübeland, hat den Platz 2008 als Ort seines Wirkens auserkoren. Hier arbeitet der Künstler aber nicht nur an seinen Skulpturen. Nach und nach saniert er auch das ganze Anwesen.

Es ist ein ruhiger Ort, fast magisch. Obwohl der Autoverkehr hier direkt vorbeifließt. Und manchmal oben auf den Gleisen noch Dampfzüge über den Krockstein-Viadukt schnaufen. Stufen führen an der Seite steil nach oben in den angrenzenden Wald. Direkt davor setzt Remo Sorge seine Projekte um. Eine gut vier Meter hohe Skulptur, die „Himmelsfahrt“, die sich nicht einen einzigen Millimeter mit der Hand bewegen lässt, beispielsweise. Oder die „Beschwipste Elfe“, ein Auftragswerk.

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Wenn „alte Hasen“ helfen

Mit dem geruhsamen Rentnerdasein hat Dr. Karl Wilhelm Timme aus Blankenburg wenig am Hut. Auch wenn mit 66 – anders als das berühmte Lied behauptet – nicht gerade das Leben anfängt, kann man dennoch neugierig und abenteuerlustig bleiben. Er ist einer von rund 12.000 Senioren Experten in Deutschland, die bereit sind, ehrenamtlich in fernen Ländern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Dass er seine Russisch-Kenntnisse jemals im Leben wieder brauchen könnte, hätte Karl Wilhelm Timme nicht gedacht. Doch dann landete im E-Mail-Postfach des Blankenburgers eine Anfrage des Senior Experten Services (SES). „Sie fragten, ob ich Lust hätte, der Leitung einer Berufsschule in Kasachstan bei der Entwicklung eines Konzepts unter die Arme zu greifen“, erzählt er. Der 66-Jährige googelte Kasachstan, sah sich im Internet Bilder an und sagte zu. Obwohl er Land und Leute nicht kannte und nicht wusste, was dort auf ihn zukommen würde. Ein Abenteuer.

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Den Alltag wegtanzen

„Wenn man, wie ich, auf Kuba geboren wird, hat man das Tanzen im Blut“, erklärt Elayne Pérez Díaz. „Mit dem ersten Schritt ins Leben beginnt man zu tanzen.“ Mit ihrer Begeisterung will sie die Harzer anstecken – und unterrichtet Zumba in Kursen der Kreisvolkshochschule.

Als Elayne Pérez Díaz 1999 nach Deutschland kam, stand für sie fest, dass sie beruflich mit Kindern arbeiten wollte. Doch sie dachte, „als Erzieherin muss es auch sprachlich stimmen“ und wurde erst einmal Tourismusassistentin. Im Carl-Ritter-Haus in Quedlinburg, dem Domizil der Kreisvolkshochschule Harz, hat sie einst in einem Kurs „Deutsch für Ausländer“ gelernt, nun gibt sie selbst dort Zumba-Kurse.

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Wo einst die Sägen kreischten

Auguste und August Ehrt gründeten 1887 das Familienunternehmen  „Elbingeröder Dampfsägewerk und Kistenfabrik“. Der Betrieb wurde als privates Familienunternehmen auch in der ehemaligen DDR weitergeführt. Danach brach die Nachfrage ein. Das Sägewerk wurde stillgelegt. Verstummt ist es trotzdem nicht. Jedenfalls nicht so ganz.

Gleich nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Ehrts – der Vater des Firmengründers und seine vier Söhne – das Sägewerk wieder aufgebaut. Viele Maschinen waren Marke Eigenbau. Improvisation wurde groß geschrieben. Gefragt waren in den Nachkriegsjahren vor allem Dachschindeln. Auch so genannte Kabeltrommeln wurden hier in großen Stückzahlen produziert. Die wurden von den Russen benötigt, um die tausende Kilometer Kabel, die als Reparationsleistungen im Harz abgebaut wurden, abtransportieren zu können.

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Coole Comics, Mister Feininger!

Mickey Mouse und Spiderman kennt jeder. Doch, dass man mitten in einem Museum auf die bunten Bildchen aus der Feder eines waschechten Künstlers wie Lyonel Feininger stößt, ist nicht nur für Quedlinburger Schüler eine Überraschung. Für ein Projekt der Lyonel-Feininger-Galerie führen sie Gleichaltrige durchs Museum und finden ihren ganz eigenen Zugang.

Viele Kärtchen stapeln sich auf dem Tisch: Schwarz-weiß oder in leuchtenden Farben zeigen sie einzelne Comic-Strips. Antonia Rink zieht eine Karte heraus und betrachtet das Motiv genau. „Das ist von Feininger!“, ist sich die Elfjährige sicher. Die Schülerin kennt sich gut aus mit den Bilderserien, die ganze Geschichten erzählen. Seit fast einem halben Jahr kommt sie jeden Montag in die Lyonel-Feininger-Galerie und macht gemeinsam mit sechs anderen Schülern beim Projekt „Abenteuer Comic“ mit.

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