Magischer Nussknacker

Der 42-jährige Can Arslan ist neuer Ballettdirektor am Nordharzer Städtebundtheater. Nach „Peer Gynt“ bringt er nun das wohl bekannteste Weihnachtsballett auf die Bühne:
„Der Nussknacker“.

Im Ballettsaal strecken sich die Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie des Nordharzer Städtebundtheaters, wärmen sich auf, tragen keine opulenten Kostüme, sondern lockere Kleidung. Sie unterhalten sich auf Englisch, Französisch, Katalanisch und Japanisch. Der neue Ballettdirektor Can Arslan leitet selbst das vormittägliche Training.

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Ultraleicht

Scheinbar schwerelos ziehen Segelflieger ihre Kreise. Ihre Eleganz und Geschwindigkeit faszinieren Thomas Brandes. Er will seiner Leidenschaft unbedingt nachgehen und überwindet für seinen Traum alle Hindernisse.

Linienflüge sind wie Kutsche fahren, Segelfliegen dagegen ist die Formel Eins“, sagt Thomas Brandes. In nur etwa zwei Sekunden erreicht er mit seinem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Das Segelfliegen ist die Leidenschaft des 51-Jährigen, die er durch Zufall entdeckt hat. 2012 wurde er auf einen Segelflugverein in Wolfenbüttel aufmerksam. Eigentlich hatte der Unternehmer aber ganz andere Pläne: Statt ins Cockpit wollte er wieder aufs Motorrad steigen. Die Begeisterung für die schnellen Zweiräder hatte er auf Eis gelegt, bis er hörte, dass man die Maschinen auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen umbauen kann.

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Buchstabensüchtig

Anka Brüggemann ist ein „Anonymer Bookoholiker“. Naja, anonym freilich nicht so ganz. Aber mit der Sucht nach allem, was mit Büchern zu tun hat, braucht sich die Wahl-Quedlinburgerin ja auch nicht zu verstecken.

Morgens um 10, wenn die Sonne versucht, den Nebel zu vertreiben, ist es noch ruhig im „Quartier 7“. Der romantische Kunsthandwerker-Hof in der Nähe des Quedlinburger Rathauses wirkt verschlafen. Aber es wird nicht lange dauern, bis der erste Schwung Touristen das Kleinod entdeckt. Zwischen Filzmanufaktur und Kleinkunstbühne haben sich eine Keramikerin, eine Silberschmiedin, ein Glasbläser und zwei Modemacherinnen niedergelassen. Anka Brüggemann fühlt sich wohl in der Gemeinschaft dieser kreativen Köpfe: „Morgens trinken wir oft erstmal zusammen einen Kaffee.“

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Schicht im Schacht

Es herrscht Abschiedsstimmung im Besucherbergwerk „Drei Kronen und Ehrt“ in Rübeland. Die Grube wird verfüllt und gesichert. Ein Stück Bergbaugeschichte Mitteldeutschlands ist damit unweigerlich zu Ende. Dabei hatte man hier unter Tage einst sogar einen Hauch Gold gefunden.

Die Belegschaft der Schwefelkiesgrube „Einheit“ zählte zu Spitzenzeiten 460 Mitarbeiter. Gefördert wurde hier anfangs Eisenerz, später Schwefelkies. Von 1939 bis 1990 insgesamt 7 100 000 Tonnen. Mit der Wende kam für die Vorzeige-Grube der ehemaligen DDR schlagartig das Aus. Allerdings nicht unvorhersehbar. So wurde die auf dem Weltmarkt bis dato geförderte Tonne Schwefelkies mit 90 Mark bezahlt, in der „Einheit“ wurde sie mit einem Aufwand von 350 Mark abgebaut. Ein letzter Hoffnungsschimmer habe sich nach dem Finden von Goldspuren im Erz gezeigt. Von einem Anteil von 0,4 Prozent wurde gesprochen, was einer Sensation gleich gekommen wäre. Doch die Euphorie verflog recht schnell, man hatte sich leider in der Kommastelle geirrt, es waren nur 0,04 Prozent ...

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Der schwarze Müller

Seit einigen Jahren regt sich wieder etwas in der alten Kreuzmühle. Remo Sorge, ein Bildhauer aus Rübeland, hat den Platz 2008 als Ort seines Wirkens auserkoren. Hier arbeitet der Künstler aber nicht nur an seinen Skulpturen. Nach und nach saniert er auch das ganze Anwesen.

Es ist ein ruhiger Ort, fast magisch. Obwohl der Autoverkehr hier direkt vorbeifließt. Und manchmal oben auf den Gleisen noch Dampfzüge über den Krockstein-Viadukt schnaufen. Stufen führen an der Seite steil nach oben in den angrenzenden Wald. Direkt davor setzt Remo Sorge seine Projekte um. Eine gut vier Meter hohe Skulptur, die „Himmelsfahrt“, die sich nicht einen einzigen Millimeter mit der Hand bewegen lässt, beispielsweise. Oder die „Beschwipste Elfe“, ein Auftragswerk.

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Wenn „alte Hasen“ helfen

Mit dem geruhsamen Rentnerdasein hat Dr. Karl Wilhelm Timme aus Blankenburg wenig am Hut. Auch wenn mit 66 – anders als das berühmte Lied behauptet – nicht gerade das Leben anfängt, kann man dennoch neugierig und abenteuerlustig bleiben. Er ist einer von rund 12.000 Senioren Experten in Deutschland, die bereit sind, ehrenamtlich in fernen Ländern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Dass er seine Russisch-Kenntnisse jemals im Leben wieder brauchen könnte, hätte Karl Wilhelm Timme nicht gedacht. Doch dann landete im E-Mail-Postfach des Blankenburgers eine Anfrage des Senior Experten Services (SES). „Sie fragten, ob ich Lust hätte, der Leitung einer Berufsschule in Kasachstan bei der Entwicklung eines Konzepts unter die Arme zu greifen“, erzählt er. Der 66-Jährige googelte Kasachstan, sah sich im Internet Bilder an und sagte zu. Obwohl er Land und Leute nicht kannte und nicht wusste, was dort auf ihn zukommen würde. Ein Abenteuer.

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