Eiskalte Leidenschaft

Für die „Rote Zora“ oder das „Beschwipste Huhn“ fährt mancher Eisfan quer durch den Landkreis. Die Eisbecher bei „Busches Eis“ in Wernigerode sind begehrt. Denn Familie Busche versteht ihr Handwerk: Seit drei Generationen wird hier Eis hergestellt.

Wenn Lutz Busche morgens um 10 das rote Eisfenster öffnet, hat er schon fünf Stunden Arbeit hinter sich. „Pünktlich um 5 beginne ich mit der Produktion“, sagt er und steigt über eine Außentreppe hinauf in den ersten Stock, um die „heiligen Hallen“ zu zeigen. Tatsächlich ist nur ein winzig kleiner Raum, in dem aus Milch, Sahne, Zucker und all den anderen Zutaten das Eis gerührt wird.

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Rizinus unterm Kirchturmdach

In 36 Meter Höhe befindet sich in Harzgerode die deutschlandweit einzige Apotheke in einer Kirche. Seit 2006 besuchten 150000 Neugierige die St. Marien-Kirche mit dem Museum, in dem man erfährt, wie einst Pillen gedreht wurden und dem Gewölbe, in dem  die so genannte „Blekprinzessin“ ruht.

Manfred Seifert steigt auch mit seinen 73 Jahren noch die 80 schmalen Stufen auf den Turm der Harzgeröder St. Marien-Kirche hinauf. Ein Weg, den er seit seiner Kindheit kennt. Hier oben in der Türmer-Wohnung lebte einst seine Tante Paula. Einige nannte sie Bimmel-Paula, wohnte und wachte sie doch mit ihrem durchs Holzbein gehandicapten Ehemann und sechs Kindern bis 1956 hier oben nahe der Kirchenglocken.

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Ein zweites Leben in Pastell

Die Quedlinburgerin Maritta Schlotter hat ihr Herz an alte Möbel verloren. In ihrer Werkstatt schenkt sie ihnen ein zweites Leben und im „Vintage WohnLaden“ lassen sich die Kunden gern von ihrer Begeisterung anstecken.

Omas alte Kommode stand seit Jahren unbeachtet auf dem Dachboden, fingerdick bedeckt vom Staub. Bis die Enkelin sie entdeckte, die mit ihrem Mann gerade ein altes Bauernhaus gekauft hatte und überlegte, wie man aus dem vernachlässigten Schränkchen wieder ein Schmuckstück machen könnte. Als sie durch einen Zufall im Lädchen von Maritta Schlotter landete, fügte sich eins zum anderen:

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Die Hürden überwinden

Zu dumm, zu faul, zu langsam – Schüler, die das zu oft hören, glauben irgendwann selbst daran. Dabei braucht der ein oder andere vielleicht nur jemanden, der ihm hilft, die Hürden zu nehmen. Das LOS fördert Kinder, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben.

Justus hatte keinen leichten Start. Gleich die erste Klasse musste der Junge wiederholen, weil er einfach nicht so gut vorankam wie die anderen Kinder. Er strengte sich an, aber die Buchstaben und Laute wollten einfach nicht in seinen Kopf. Inzwischen ist er neun, geht in die zweite Klasse und zieht voller Stolz einen Deutschtest aus dem Rucksack. „Ich hab’ ne Eins“, verkündet er strahlend. Er hat sie sich hart erarbeitet.

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Schokokuchen mit Seele

„Das Café am Rande der Welt“ heißt eine Erzählung, die zum Bestseller geworden ist. Man möchte meinen, der Autor habe sie hier geschrieben: Im kleinen Wülperode, irgendwo im Niemandsland, hat das Ehepaar Kwiran mit der „Alten Tischlerei“ ein Kleinod geschaffen.

Die grüne Holztür des Fachwerkhauses ist nur angelehnt. Davor parkt ein Rollator. „Das ist meiner, ich bin nicht mehr gut zu Fuß“, sagt Ute Kwiran und bittet lächelnd ins Haus. Drinnen kriecht der Duft des frisch gebackenen Kuchens von der Küche in den Flur. Apfelkuchen und Schokokuchen – wahlweise mit Birnen oder Kirschen – werden die Gäste an diesem Wochenende im Café „Zur Alten Tischlerei“ in Wülperode naschen. Dass sich Leute zum Kaffeetrinken ausgerechnet in dieses kleine Dorf an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen aufmachen, mag man kaum glauben.

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Ohne Feuer keinen Tee!

Ein Überlebenstrainer nimmt Großstadtmüde am Harzrand mit in die Natur: René Golz hat 16 Jahre in Spanien gelebt, dann entschied er sich, gemeinsam mit seiner Partnerin in den Harz zu ziehen. Im Wald bei Benneckenstein lebt er seinen Freiheitsdrang aus.

René Golz und seine Lebenspartnerin Sandra Boschke betreiben in Benneckenstein ein Suvivalcamp. Auf einer gepachteten Waldfläche von 20 Hektar am Pfeifenberg nahe der Waldschneise nehmen sich die beiden seit Ende 2014 nicht nur Großstadtmüder an. Auch Derjenigen, die sich der totalen Reizüberflutung in der heutigen Zeit entziehen und den scheinbaren Annehmlichkeiten der Zivilisation entsagen wollen. Die Nachfrage wächst ständig. René Golz: „Von Hartz IV bis zum Prof. Dr. ist alles hier dabei.“ Er weiß auch warum.

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Komische Bettlektüre

Foto: Robert Lehmann

Die Autorin und Kabarettistin Tatjana Meissner hat ihre über 3000 Facebook-Freunde neugierig über genau das ausgefragt, was eigentlich hinter verschlossenen Schlafzimmertüren passiert. Für ihr neues Buch  „Du willst es doch auch“ hat sie witzige Geschichten über Liebe, Lust und Leidenschaft gesammelt. Mit der Comedy-Lese-Show zu diesem Buch kommt sie am 16. März nach Halberstadt. Im Großen Haus des Theaters wird sie ab 19.30 Uhr mit ihrer „Bettlektüre“ für Lachsalven sorgen. Vielleicht auch mit dieser Geschichte.

Pubertät ist, wenn Eltern schwierig werden Wir wussten, sie kommt auch für uns – die Zeit der Pubertät unserer Kinder. Mit Grauen dachten wir vor allem an deren verhaltenstechnische Veränderungen. Man hörte ja die schrecklichsten Geschichten betroffener Eltern, und wir hofften, dass diese Zeit für uns schnell kommt und auch möglichst ganz schnell wieder geht. Aber es kam alles irgendwie ganz anders.

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Die Torten-Queen

Ein Backkatalog sorgte dafür, dass Selina Neubert aus dem Jura-Hörsaal in die Konditorstube wechselte. Ihr Torten-Blog wurde im Internet schon mehr als zwei Millionen Mal angeklickt. Mit ihren kreativen Backideen will die junge Thalenserin nicht nur das Netz, sondern auch den Harz erobern.

Selina Neubert erinnert sich gut an jenen Tag, an dem sie die Tortenlust überfiel. „In den Abi-Vorbereitungen 2011 brachte mir meine Mama einen Katalog mit sämtlichem Zubehör für die Tortendekoration mit. Ich blätterte ein bisschen herum, fand nach und nach immer mehr Gefallen daran.“

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„Größte Verrücktheit meines Lebens“

Mit der Eröffnung eines Ski- und Heimatmuseums in Friedrichsbrunn hat sich Gerald Fritsch einen lang gehegten Traum erfüllt. In der einst ältesten Privatpension des Ortes präsentiert der Sammler Hunderte Paar Skier, Schlittschuhe, Schlitten und viele andere Exponate, die mit dem Wintersport zu tun haben. Aber auch die heimische Flora und Fauna kommt thematisch geordnet nicht zu kurz. Mittlerweile platzt das Museum aus allen Nähten.

Die letzten Besitzer und Betreiber der „Pension Dippe“ hatten das Haus 1992 der Gemeinde mit der Maßgabe geschenkt, es ausschließlich als Museum zu nutzen. Fünf Jahre später war es soweit. 1997 wurde das Ski- und Heimatmuseum eröffnet. Von außen wirkt das Gebäude verlassen, fast ein bisschen heruntergekommen. Farbe blättert hier und da ab. Ja, das Haus hat bessere Zeiten erlebt.

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Fluffiges in XXL

Am höchsten Punkt von Blankenburg gehen rekordverdächtige Klöße auf. Auf dem Ziegenkopf kommen Super-Exemplare auf die Servierplatte.

Die Platte, auf der Annette Stock den Hefekloß serviert, hat die Länge ihres Unterarmes. Heiße Kirschen und Vanillesauce finden kaum noch Platz neben dem größten Hefeklöße der Welt. „Die sind unsere Spezialität. Dafür kommen unsere Gäste aus allen Ecken des Landes.“ Aus Ulf Kruft, der mit seiner Frau Annette hier seit 1. September 2000 die Gäste verwöhnt, spricht der Stolz.

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