Wer rettet Tante Emma

Seit 1998 steht Wolfgang Baake hinter der Ladentheke im Lebensmittelgeschäft in der Nöschenröder Straße in Wernigerode. All die kleinen Dinge des täglichen Bedarfs, die man so braucht, kann man hier einkaufen. Anfang nächsten Jahres will der dann 64-Jäh- rige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Findet er bis dahin keinen Nachfolger, steht der kleine „Tante-Emma-Laden" wohl vor dem Aus. Ein Verlust für diese Gegend, finden auch die Stammkunden. „Zwei interessierte Frauen haben schon mal nachgefragt", sagt Baake, der dabei weiter Regale einräumt und den Kaffee auspreist. „Gemeldet haben sie sich aber danach nicht mehr". Vielleicht lag's auch ein bisschen an der Baustelle, die abgeschreckt hatte, und die Baake seit Monaten etwa 40 Prozent des Umsatzes kostet. >>>

Windmühle sucht Liebhaber

Solch ein Objekt haben Immobilienmakler nicht alle Tage anzubieten: Die Bockwindmühle im Halberstädter Ortsteil Sargstedt steht zum Verkauf. Der Hügel am Dorfrand ist ein romantisches Fleckchen Erde, aber die Mühle hat ihre besten Zeiten lange hinter sich. Nun sucht sie einen Retter.
Wollen Sie's erstmal auf sich wirken lassen?", fragt Doreen Schattenberg. Die Immobilienmaklerin steht unter den alten Bäumen im Mühlengarten und schaut auf das Objekt, das sie an den Mann bringen muss, bevor der Zahn der Zeit noch weiter daran nagt. Die Ströbeckerin ist seit längerer Zeit schon Herrin über die Schlüssel zur Sargstedter Mühle. Sie soll im Auftrag der Eigentümer einen Käufer finden. >>>

Der ganz eigene „Urstoff“

Der Wernigeröder Steffen Schramm weiß, was passiert, bevor das Bier in die Flasche kommt. Der Diplom-Braumeister zeigt das gern auch anderen: Mit zwei Kollegen hat er das „Brauteam" gegründet. Die drei Männer kommen im September mit ihrer mobilen Brauerei nach Quedlinburg, um Neugierige in die Kunst des Bierbrauens einzuweihen.
Im Keller von Steffen Schramm ste- hen ein paar Fässer Selbstgebrautes. „Urstoff hell" und „Urstoff dunkel" sorgen für ausreichend Nachschub bei Grillpartys und Fußballabenden. Der Wernigeröder ist nicht nur Bierkenner, sondern auch diplomierter Braumeister. Nach einer Ausbildung bei Hasseröder hängte er noch ein Studium an der TU Berlin an – dort ist Brauwesen ein Studienfach. „Die meisten sind verwundert, dass Bierbrauen eine richtige Wissenschaft ist", erzählt Steffen Schramm, der um seinen Beruf sicherlich von vielen Männern beneidet wird. >>>

Das intelligente MoPad

Frau K. greift  zum Telefonhörer und wählt die 112. Ihrem Mann hat vermutlich einen Schlaganfall erlitten. Kurze Zeit später ist ein Rettungswagen unterwegs. Der ist ausgestattet mit modernster Bordtechnik: mit einem zentralen Server, mit Kameras, Mikrofonen, Lautsprecher und mit modernster Funktechnik. Herzstück der Technik ist das MoPad – ein mobiles Pad. Bei der Familie angekommen, nimmt der Notarzt das mobile Pad aus der Halterung und geht damit zum Patienten. Die Erst­diagnose des Notarztes lautet Schlaganfall. Er gibt die Daten in das MoPad ein. Das schlägt ihm sofort einen medizinischen Spezialisten vor, den er zu Rate ziehen kann – per Funk oder per Video. Das MoPad sagt dem Rettungsdienst auch, in welchem Krankenhaus der Patient am besten versorgt würde. >>>

Geschichte in Bildern

Bilder füllen Ordner. Ordner füllen Schränke. Wie bei vielen anderen Sammlern ist das auch bei Axel Nucke so. Der 65-jährige Schierker sammelt Post- und Ansichtskarten. Aus Leidenschaft. Und das seit nunmehr über 40 Jahren. Allerdings nicht irgendwelche, sonder, nur jene, die die Geschichte seines Heimatortes und der unmittelbaren Umgebung bis in die 1960er Jahre zeigen. Eine Zeitreise, die den Wandel und die Veränderungen des Örtchens sichtbar macht. Wenn Nucke Besuch bekommt, drehen sich die Gespräche – natürlich – fast immer auch um Schierke. Gerne zeigt er dabei seine Postkarten, nimmt seine Gäste beim Ansehen der zum Teil schon vergilbten Bilder mit auf eine Zeitreise bis ins 19. Jahrhundert. >>>

Manager der Vielfalt

„Hoteldirektor wollte ich eigentlich nie werden“, gesteht Karl-Heinz Purucker, dem man seine Herkunft aus der heimlichen Bierhauptstadt Kulmbach anhört. Fleischer hat er gelernt, denn seine Eltern führten eine Metzgerei und ein Restaurant. Er verfügt über den Meisterbrief und qualifizierte sich zum Betriebswirt des Handwerks. Er schnupperte von der Pike auf in den Restaurantbereich hinein und war als Manager in großen Hotels und Clubs tätig. Robinson Club, Aldiana-Manager, Europa-Park, was führt jemanden mit diesen Berufsstationen ins eher beschauliche Kloster Drübeck? Karl-Heinz Purucker überlegt nicht lange. „Der Wunsch zu wurzeln, sich  langfristig zu Hause zu fühlen und unserem 13-jährigen Zwillingspärchen ein Zuhause zu geben. >>>

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