Leichtgewicht auf der Überholspur

Auf dem Betriebsgelände in Ilsenburg reihen sich die Lkws und Transporter in langen Schlangen aneinander. Sie könnten allerdings noch nicht mal einen Blumentopf transportieren, weil zwar Fahrerhaus und Rahmen vorhanden sind, aber der Aufbau fehlt. „Genau das ist uns Metier“, sagt Rainer Kramer, Geschäftsführer der Rapid Leichtbau GmbH. „Wir stellen Kofferaufbauten her und verfolgen dabei ein anderes Konzept als die Mitbewerber. Wir setzen auf Leichtigkeit. Weniger Gewicht bedeutet mehr Nutzlast.“ Hinter dem Slogan „Leichter ist keiner“ verbirgt sich eine nachvollziehbare Idee. >>>

Alles Senf

Senf ist in. Und das nicht nur seitdem es das Gericht „Kartoffeln, Senfsoße & gekochte Eier“ gibt. Der Vielfalt dieses Gewürzes, das seit einigen Jahren eine wahre Renaissance zu erleben scheint, sind keine Grenzen gesetzt. Das findet auch Simone Seiboth. Über 40 verschiedene Sorten bietet sie in ihrem Refugium Am Finkenherd 6, mitten im Fachwerkensemble der Kaiserstadt Quedlinburg an. Nur wenige Schritte hinter der Samocca-Kaffeerösterei kann der geneigte Besucher des Ladens in diese Welt eintauchen. Und auch probieren. Quer Beet sozusagen. Und: Das Repertoire ist breit gefächert. Es reicht vom Dauerbrenner Aronia, einem auf der Schwarzen Apfelbeere hergestellten, sehr fruchtigem Senf, bis hin Zimtzickensenf.
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Irgendwie anders

Matthias Ottenberg war das Ganze am Morgen doch ein bisschen unheimlich vorgekommen. Er wusste nicht so recht, was ihn erwartet. Würden die Gymnasiasten tatsächlich hochnäsig und abweisend sein? Würden Sie auf ihn herabschauen? Über ihn lachen? Er hat es in der Schule nie so weit gebracht wie sie. Mit Lernschwierigkeiten quälte er sich mühsam durch die Schulstunden.
Den Elftklässlern, die da drinnen auf ihn warten, stehen alle Wege offen. Sie könnten Wissenschaftler werden oder Bankdirektor, Ärztin oder Firmenchefin. Matthias Ottenberg selbst ist froh, dass er einen Arbeitsplatz in der Werkstatt der Quedlinburger Lebenshilfe gefunden hat und einen Platz in einer betreuten Wohngemeinschaft.
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Solist mit zweiter Geige

„Finnische Jungs. Und dann können sie nicht Ski fahren, sondern spielen Fußball.“ Lachend erzählen Jenni und Juha Koskela von ihren beiden Söhnen. Die sind beide in Halberstadt geboren, wo ihr Vater seit vielen Jahren als Solist am Nordharzer Städtebundtheater engagiert ist und ihre Mutter schon die dritte Spielzeit im Orchester Geige spielt. „Ein riesiger Glücksfall, dass wir beide hier Arbeit gefunden haben“, meint Jenni Koskela, die vorher als Orchestermusikerin in Pforzheim tätig war. Die Koskelas sind eine richtige Theaterfamilie. Der 43-jährige Vater singt den Marcello in „La Boheme“, der Sohn in der gleichen Inszenierung im Kinderchor. Während die Mutti (39)  im Orchestergraben musiziert und der fünfjährige Sohn im Zuschauerraum sitzt.
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Der Hirsch fährt Fahrrad

Kathrin Abel rollt, wie es sich für die Inhaberin einer Radler-Pension gehört, auf dem Fahrrad um die Ecke. Sie hat ein paar Fotoalben im Korb. Die Bilder zeigen, wie der „Schwarze Hirsch“ und der gleich nebenan liegende Veranstaltungssaal noch vor ein paar Jahren aussahen. Kurz nach der Wende war der Gasthof geschlossen worden, die Jahre des Leerstands haben ihre Spuren hinterlassen. Der „Schwarze Hirsch“, der über viele Jahrzehnte Treffpunkt für die Dorfbevölkerung war, verfiel zusehends. Der Alteigentümer aus den alten Bundesländern, dem das Gebäudeensemble rückübertragen worden war, hatte anfangs große Pläne. „Aber aus denen wurde nichts“, erzählt Kathrin Abel.
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Der Körper spricht

Elie Levy ist in den vergangenen zwanzig Jahren als Pantomime in vielen Ländern aufgetreten. Der in Hamburg lebende Künstler mit israelischen Wurzeln kommt am 16. Mai mit seinem Vortrag über die Geheimnisse der Körpersprache auf Einladung der Kreisvolkshochschule Harz nach Halberstadt. Im Rathaussaal verrät er ab 19 Uhr unter anderem, wie man erfolgreich flirtet und Lügner ertappt. HARZZEIT-Autorin Dana Toschner sprach mit ihm. Karten für den Vortrag „Nonverbale Botschaften – Eine Einführung in die Geheimnisse der Körpersprache“ mit Elie Levy am 16. Mai im Rathaussaal Halberstadt gibt es zum Preis von 20 Euro in den Standorten der Kreisvolkshochschule in Quedlinburg, Halberstadt, und Wernigerode. mehr lesen >>>

„Ich träume nicht von der Zukunft“

Andrea Barheine ist eine starke Frau. Sie will nicht zulassen, dass der Krebs ihr Leben bestimmt. Dass er die Oberhand gewinnt. Sie will ihren Humor nicht verlieren, auch wenn sie in den vergangenen Jahren sehr viel Zeit in Krankenhäusern verbracht hat und Ärzten gegenüber saß, die öfter schlechte Nachrichten für sie hatten als gute. Weil es in ihrem Bauch zog und zwickte, ist sie 2009 von einem Arzt zum nächsten gelaufen. Ein Gastroenterologe wurde beim Ultraschall stutzig: „Er sagte, so etwas habe er noch nie gesehen. Dabei guckt er ja jeden Tag in Bäuche.“ Andrea Barheine schluckt, während sie von jenen Tagen erzählt. mehr lesen >>>

Die Schenks im Forscher-Fieber

Wenn man den Gesprächen von Familie Schenk lauscht, wähnt man sich in einer wissenschaftlichen Konferenz. Junior Nathanael philosophiert über die Funktionsweise eines Wasserkraftwerks, Schwester Tabea berichtet vom Wachstum gewisser Bakterienkulturen und Bruder Johannes, mit 15 der älteste in der Geschwisterrunde, ist ganz begeistert über den Einfluss eines Düngemittels auf seine Sojabohnen-Zucht. Sechs Schüler aus dem Landkreis Harz sind dabei, wenn am 9. und 10. April im Magdeburger Fraunhofer Institut der Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ stattfindet. Drei der sechs Kandidaten kommen aus dem Hause Schenk. mehr lesen >>>

Das verrückteste Museum des Harzes

In Güntersberge, direkt an der B242 haben Gabriele und Karl-Heinz Knepper in ihrem Haus Kuriositäten aus längst vergangenen Zeiten zusammengetragen. Dazu viele sehenswerte Produkte, die auf pfiffigen Ideen unserer Altvorderen basieren. Das Ergebnis ihrer mittlerweile über 30-jährigen Sammelleidenschaft präsentieren sie in mehreren Räumen. In dem privaten Mausefallen- und Kuriositäten-Museum zeigen sie den Besuchern neben Mause- und Tierfallen auch einen schießfähigen Spazierstock und Moorschuhe für Pferde. In der „Galerie der stillen Örtchen“ sind  zahlreiche alte deutsche Toilettenstühle für Kinder und Erwachsene ausgestellt. mehr lesen >>>

Der Flügel-Mann

Falk Biewendt sorgt für eine tolle Stimmung. Obwohl er viel mit Musik zu tun hat, Biewendt spielt keineswegs Alleinunterhalter bei Partys. Der Klavier- und Cembalobaumeister stimmt nach Gehör Klaviere, Flügel, Cembali, Spinette und Hammerflügel. Immer wieder legt er Besitzern dieser Tasteninstrumente eine jährliche Stimmung und seine Wartungsdienste nah. „Ein Klavier kauft man fürs Leben“, sagt der gebürtige Dedelebener. Einige der Instrumente, die er wartet und regelmäßig stimmt, sind um die 130 Jahre alt und wurden schon von mehreren Familiengenerationen gespielt. „Und sie klingen noch heute wunderbar, weil die Besitzer wissen, was sie an den Klavieren haben und sie wertschätzen.“ mehr lesen >>>