Im Herzen ein Häuptling

Im Indianermuseum von Thomas Merbt in Derenburg wurden vor wenigen Tagen neue Szenen für „Alles Klara“ abgedreht. Die Folge soll im nächsten Jahr ausgestrahlt werden. Als Kulissen wurden dafür auch verschiedene neue Exponate, für die Merbt teils jahrzehntelang und weltweit auf der Suche war, in Szene gesetzt. Ein Blockhaus beispielsweise und auch der Cowboy-Verpflegungswagen, auf den Merbt besonders stolz ist.

Von FRANK DRECHSLER
Ein kleines Foto hängt an der Wand. Ganz hinten im Museum. Genau dort, wo Besucher seit kurzem die neuen Ausstellungsstücke sehen können. Das Foto zeigt einen amerikanischen Verpflegungswagen, der Cowboys mit Essen und Getränken versorgt. Diese alte Abbildung diente als Vorlage für den Nachbau eines eben solchen Wagens, wie er nun im Indianermuseum gleich vor dem Bild steht.

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Die Bergfolker

Eine Wernigeröder Mittelalter-Folk-Band spielt in der ersten Liga der Musikrichtung und wird sogar zu Auftritten auf der japanischen Insel Hokkaido eingeladen.

„Da haben wir unseren Jahresurlaub geopfert und sind nach Japan geflogen“, erzählt Steffen Blauwitz von der weitesten Tour, die die  Mittelalter-Folk-Band „Bergfolk“ aus Wernigerode auf die Nordinsel Hokkaido führte. Dort hat man in einem Vergnügungspark Deutschland nachgebaut. Deutsche Handwerker und Historie, da braucht es typische Musik. „Es war für uns eine interessante Erfahrung“, sind sich Steffen Blauwitz, Harald Kruft und Heiko Schilling einig.

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Zwischen Wiese und Pfanne

Ute Lange erfüllte sich vor 15 Jahren einen Traum. Eigentlich wollte sie 2001 nur „Süppchen mit Drumherum“ verkaufen. Ihr „Altes Forsthaus Todtenrode“ ist unterdessen eine angesagte Gaststätte mit bodenständiger Kost, in der sich auch Hochzeitsgesellschaften wohlfühlen..

Von UWE KRAUS
In Todtenrode dämmerte ein Haus vor sich hin, nach der Wende ohne Zweck und Sinn“, dichtete der Blankenburger Axel Paersch zur Jahrtausendwende. Den über zehnjährigen Dämmerzustand des ehemaligen Ferienlagers und der Gaststätte beendete 2001 Ute Lange. „Das Grün wuchs bis ins Haus“, erinnert sie sich und zeigt alte Fotos. Ihr Traum: „Ich wollte so etwas aufbauen, wie ich es aus den alten Köhlerhütten kannte, die hier mal standen. Eine kleine Suppe und ein bisschen was drumherum. Schließlich steht unsere Fleischerei in Blankenburg. Die Arbeit sollte für mich allein zu schaffen sein.“

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Julians Mütter

Der kleine Julian, drei Jahre alt, hat zwei Mütter: Seine „Bauchmama“ hat ihn zur Welt gebracht, seine „Herzmama“ schenkt ihm jeden Tag Liebe und Geborgenheit. Eine Mutter, die ihr Baby zur Adoption freigegeben hat und die Adoptivmutter des Jungen erzählen.

Von DANA TOSCHNER
„Einer meiner ehemaligen Lebensgefährten hat in nur zehn Minuten mein ganzes Leben zerstört. Ich wohnte damals in Quedlinburg mit meinen vier Kindern: Annika, Tim, Luise und Max. Ich wollte Annika von einer Freundin abholen und hatte Max bei seinem Vater gelassen. Ich hatte mich zwar von ihm getrennt, aber er war bislang immer lieb zu dem Kleinen gewesen. Als ich losging, hat er ihn gerade gefüttert. Dann muss Max geschrien haben. Ich weiß nicht, wie das abgelaufen ist. Ich war ja nicht dabei. Jedenfalls hat mein Lebensgefährte das Baby so lange geschüttelt und wahrscheinlich auch geschlagen, bis der Kleine schwer verletzt war und kaum noch geatmet hat. Max ist dann kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Er war erst fünf Monate alt.

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Total verhexte Minigolfer

HZ1016 Minigolf

Verfolgt von den Blicken grimmiger Holz-Damen versuchen Minigolfer ihr Glück auf der neuen „Adventure HexenGolf“-Anlage in Thale. Das Spiel auf der 18-Loch-Anlage im Tierpark auf dem Hexentanzplatz hat mit den üblichen relativ schmucklosen Minigolf-Betonbahnen nichts gemein. Ein privater Investor hat hier eine besondere Attraktion geschaffen.

Von FRANK DRECHSLER
Stumm, aber mit strengem Blick scheinen sie über das Treiben auf der neuen Adventure-Golfanlage auf dem Hexentanzplatz in Thale zu wachen: zwölf mannshohe, furchterregend dreinschauende Hexen. Sie hören auf Namen wie Arbocusta, Bestazia, Cruenta oder Limosia und sind aus massiver Eiche geschnitzt. Die Figuren sind den Büchern der Harzkrimi-Reihe „Im Schatten der Hexen“ der Halberstädter Autorin Kathrin Hotowetz entlehnt.

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„Theater ist mein Ding“

Der Blankenburger Theaterverein „Szene 38“ will das kulturelle Angebot in der Blütenstadt erweitern und tritt mit dem Bürgermeister gleich in die große Weltgeschichte ein.

Von UWE KRAUS
Rotkäppchen einmal anders“ und „Frau Olle“? Was da nach Grimms Märchen klingt, sind Bearbeitungen für den Blankenburger Theaterverein „Szene 38“, geschrieben von Annika Kärsten, der Vereinsvorsitzenden. „Auch, um Kosten für Aufführungsrechte zu sparen“, gesteht die 31-Jährige, die selbst früher als 13. Fee bei „Dornröschen“ und böse Gröhl in „Wicki“, aber auch als Königin bei „König Drosselbart“ auf der Bühne des Bergtheaters stand.

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Sympathische Gehirnwäsche

Die Initiative „Harzkind“ will das Image der Region aufpolieren. Dabei setzen die Macher nicht auf Hochglanz-Broschüren und teure Kampagnen, sondern auf Herzblut, coole Aktionen und witzige Sprüche. „Home is where your Harz is“ sagen die Harzkinder und zeigen mit T-Shirts und Accessoires Flagge.

  • HZ1016 Harzkind Web1
  • HZ1016 Harzkind Web2
  • HZ1016 Harzkind Web3
  • HZ1016 Harzkind Web4

Von DANA TOSCHNER
Die Reportage eines Journalisten der Deutschen Presse Agentur brachte Elke Roch, Melanie Funke und Dietrich Kühne vor gut einem Jahr so richtig auf die Palme. Im vergangenen Sommer veröffentlichte „Die Welt“ den Beitrag über ihre Heimatstadt Osterode am Harz. Der Autor dokumentierte das Sterben einer Stadt: Geschlossenes Schwimmbad und Kino, verödete Geschäfte und einsame Rentner, die ihre Rollatoren über die Straße schieben.

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Alles auf Anfang

Eine Woche lang nur Kräutertee und Gemüsebrühe? Für Britta Lüerßen ist Fasten nicht schlimm. Im Gegenteil: Sie kann es vor allen Dingen Genussmenschen empfehlen. Denn das körperliche „Reset“ mache den Weg frei für ein gesundes und sinnlicheres Leben. Die Berlinerin ist so überzeugt vom Fasten, dass sie deshalb für ihr gesamtes Leben auf einen großen Reset-Knopf drückt: Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten eröffnet sie im Oktober in Elbingerode eine Fastenpension..


Von BIANCA KAHL
Noch ist es ruhig im alten Jugendgästehaus in Elbingerode. Die ehemaligen Eigentümer haben sich verabschiedet. Zum 1. März hatten sie den Betrieb der Jugendherberge eingestellt. Seither sind die Gästezimmer leer. Die kleine Wohnung in der ersten Etage haben die neuen Gastgeber bezogen. Britta Lüerßen mit ihrem Lebensgefährten Clemens Falke und Töchterchen Lisa. Das sieben Monate alte Baby liegt im einstigen Speisesaal im Laufställchen neben gestapelten Stühlen. Direkt davor Papas Yogamatte und eine große Teetasse. Der Frühstückstisch ist noch nicht abgedeckt. Es gab Croissants und Dinkelbrot.

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Ein Hof mit Geschmack

Hans-Günter Demmel und seine Frau Christa erweckten den Vierseitenhof in Rohrsheim zu neuem Leben. Wer sich Zeit zum ausgiebigen Verkosten der Bio-Produkte nimmt, kann sich im 4-Sterne-Gästehaus gleich ein Zimmer reservieren.

Auf den ersten Blick wirkt Hans-Günter Demmel, unterdessen jenseits der 75, wie ein knorriger Landwirt. Fachkundig führt er über den Pollandshof in Rohrsheim, der einst den Urgroßeltern seiner Frau Christa gehörte. Irgendwann hat er mal Landwirtschaft studiert, doch Profi ist er später als Zahlen-Mensch geworden. Noch heute spürt man seine Vergangenheit und 25-jährige Erfahrung als kaufmännischer Chef eines Großunternehmens. Klar strukturiert wirkt sein Tun zwischen Demmelschen Streuobstwiesen, dem traditionsreichen Vierseitenhof in Rohrsheim und den Kellern, in denen wahre Schätze lagern, bis es Zeit ist, sie auf Flaschen zu ziehen.

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Wo Prinzessin Ilse schläft

Mit viel Herz betreibt Familie Meyer seit vier Jahren im Ilsenburger Bahnhof die Pension „Stellwerk“. Das schöne, alte Gebäude sorgt ebenso für ein roman-tisches Ambiente, wie die außergewöhnlich eingerichteten Zimmer.

Der historische Bahnhof Ilsenburg aus dem Jahr 1884 gehört zweifelsfrei zu den schönsten seiner Art im Landkreis Harz. Seit seiner Komplettrenovierung durch die Stadt Ilsenburg erstrahlt er in neuem Glanz. Auf den Gleisen davor rumpelt nicht nur der Güterverkehr zum Walzwerk vorbei, auch der Personenverkehr des HarzElbeExpress’ hält hier im Stunden-Takt. Fahrgäste, die auf ihren Zug warten, können sich in der Harzreisestation „Stellwerk“ bei einer guten Tasse Kaffee die Zeit verkürzen, lecker frühstücken oder sich ein frisches „Hasseröder“ zapfen lassen. Aber auch unter den Einheimischen ist das „Stellwerk“ beliebt.

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