Wie in einem alten Film

Das Thalenser Kino ist ebenso herrlich altmodisch wie sein Name: Central-Theater heißt das kleine, gemütliche Haus. Direkt gegenüber des Bahnhofs hat es überlebt und seinen ganz eigenen Charme bewahrt.

Von FRANK DRECHSLER
Popcorn gibt’s in jedem Kino. Auch bei Sylvia Walther im Central-Theater in Thale. Zu der süßen Nascherei aus Mais gibt es hier aber auch noch eine andere Version – nämlich die gesalzene. „Wir haben zwei Popcorn-Maschinen im Einsatz. Für jede Sorte eine. Das salzige Popcorn hat durchaus seine Liebhaber gefunden“, erklärt Sylvia Walther, die das Kino von der Stadt Thale gepachtet hat und seit dem 1. Dezember 2001 führt.

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Schlossherr mit Bohrmaschine

„Schlafen wie die Grafen“ verspricht ein Schild an der Hauptstraße im kleinen Stecklenberg. Wer hier abbiegt, wird überrascht. Michael Pinnow hat aus der Ruine des Schlosses ein erstaunliches kleines Hotel geschaffen, das er immer noch weiter verschönert.

Von DANA TOSCHNER
Einen Schlossherren stellt man sich gemeinhin als Anzugträger vor, mit seidenem Einstecktüchlein in der Tasche und Siegelring am Finger. Das aber ist nichts für Michael Pinnow. Der 55-Jährige trägt viel lieber seine staubbedeckte Arbeitskluft: „Ich bin Hobbyhandwerker und traue mich überall ran. Trockenbau, Elektrik, Maurerarbeiten, das mache ich alles am liebsten selbst.“ Diese Leidenschaft fürs Bauen und Sanieren war es auch, die ihm 1999 den Mut und das Selbstvertrauen gab, das Schloss Stecklenberg zu kaufen, obwohl es in einem erbärmlichen Zustand war.

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Eine Werkstatt voller Geigen

Nur seiner Hartnäckigkeit und einer Staatsratseingabe hatte es der Wernigeröder Matthias Vorbrodt zu verdanken, dass er den Beruf des Geigenbauers erlernen durfte. Bis heute liebt er sein Handwerk. „Aus einem toten Werkstoff mache ich wieder etwas Lebendiges“, sagt er.

Von FRANK DRECHSLER und DANA TOSCHNER
Gefallen am Geigespielen hat Matthias Vorbrodt schon Mitte der 1980er Jahre an der Musikschule in Wernigerode gefunden. Auch beruflich sollte es später einmal in diese Richtung gehen. Seine Lehrerin an der Musikschule habe damals den Stein ins Rollen gebracht und ihm geraten, eine Lehre als Geigenbauer anzustreben. Warum auch nicht? Voller Hoffnung und mit einer Empfehlung der Lehrkräfte in der Tasche habe er sich dann beim VEB Musima in Markneukirchen im Vogtland beworben, erinnert sich Matthias Vorbrodt. Die Absage folgte prompt, es waren keine Lehrstellen mehr frei.

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Im Herzen ein Häuptling

Im Indianermuseum von Thomas Merbt in Derenburg wurden vor wenigen Tagen neue Szenen für „Alles Klara“ abgedreht. Die Folge soll im nächsten Jahr ausgestrahlt werden. Als Kulissen wurden dafür auch verschiedene neue Exponate, für die Merbt teils jahrzehntelang und weltweit auf der Suche war, in Szene gesetzt. Ein Blockhaus beispielsweise und auch der Cowboy-Verpflegungswagen, auf den Merbt besonders stolz ist.

Von FRANK DRECHSLER
Ein kleines Foto hängt an der Wand. Ganz hinten im Museum. Genau dort, wo Besucher seit kurzem die neuen Ausstellungsstücke sehen können. Das Foto zeigt einen amerikanischen Verpflegungswagen, der Cowboys mit Essen und Getränken versorgt. Diese alte Abbildung diente als Vorlage für den Nachbau eines eben solchen Wagens, wie er nun im Indianermuseum gleich vor dem Bild steht.

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Die Bergfolker

Eine Wernigeröder Mittelalter-Folk-Band spielt in der ersten Liga der Musikrichtung und wird sogar zu Auftritten auf der japanischen Insel Hokkaido eingeladen.

„Da haben wir unseren Jahresurlaub geopfert und sind nach Japan geflogen“, erzählt Steffen Blauwitz von der weitesten Tour, die die  Mittelalter-Folk-Band „Bergfolk“ aus Wernigerode auf die Nordinsel Hokkaido führte. Dort hat man in einem Vergnügungspark Deutschland nachgebaut. Deutsche Handwerker und Historie, da braucht es typische Musik. „Es war für uns eine interessante Erfahrung“, sind sich Steffen Blauwitz, Harald Kruft und Heiko Schilling einig.

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Zwischen Wiese und Pfanne

Ute Lange erfüllte sich vor 15 Jahren einen Traum. Eigentlich wollte sie 2001 nur „Süppchen mit Drumherum“ verkaufen. Ihr „Altes Forsthaus Todtenrode“ ist unterdessen eine angesagte Gaststätte mit bodenständiger Kost, in der sich auch Hochzeitsgesellschaften wohlfühlen..

Von UWE KRAUS
In Todtenrode dämmerte ein Haus vor sich hin, nach der Wende ohne Zweck und Sinn“, dichtete der Blankenburger Axel Paersch zur Jahrtausendwende. Den über zehnjährigen Dämmerzustand des ehemaligen Ferienlagers und der Gaststätte beendete 2001 Ute Lange. „Das Grün wuchs bis ins Haus“, erinnert sie sich und zeigt alte Fotos. Ihr Traum: „Ich wollte so etwas aufbauen, wie ich es aus den alten Köhlerhütten kannte, die hier mal standen. Eine kleine Suppe und ein bisschen was drumherum. Schließlich steht unsere Fleischerei in Blankenburg. Die Arbeit sollte für mich allein zu schaffen sein.“

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Julians Mütter

Der kleine Julian, drei Jahre alt, hat zwei Mütter: Seine „Bauchmama“ hat ihn zur Welt gebracht, seine „Herzmama“ schenkt ihm jeden Tag Liebe und Geborgenheit. Eine Mutter, die ihr Baby zur Adoption freigegeben hat und die Adoptivmutter des Jungen erzählen.

Von DANA TOSCHNER
„Einer meiner ehemaligen Lebensgefährten hat in nur zehn Minuten mein ganzes Leben zerstört. Ich wohnte damals in Quedlinburg mit meinen vier Kindern: Annika, Tim, Luise und Max. Ich wollte Annika von einer Freundin abholen und hatte Max bei seinem Vater gelassen. Ich hatte mich zwar von ihm getrennt, aber er war bislang immer lieb zu dem Kleinen gewesen. Als ich losging, hat er ihn gerade gefüttert. Dann muss Max geschrien haben. Ich weiß nicht, wie das abgelaufen ist. Ich war ja nicht dabei. Jedenfalls hat mein Lebensgefährte das Baby so lange geschüttelt und wahrscheinlich auch geschlagen, bis der Kleine schwer verletzt war und kaum noch geatmet hat. Max ist dann kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Er war erst fünf Monate alt.

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Total verhexte Minigolfer

HZ1016 Minigolf

Verfolgt von den Blicken grimmiger Holz-Damen versuchen Minigolfer ihr Glück auf der neuen „Adventure HexenGolf“-Anlage in Thale. Das Spiel auf der 18-Loch-Anlage im Tierpark auf dem Hexentanzplatz hat mit den üblichen relativ schmucklosen Minigolf-Betonbahnen nichts gemein. Ein privater Investor hat hier eine besondere Attraktion geschaffen.

Von FRANK DRECHSLER
Stumm, aber mit strengem Blick scheinen sie über das Treiben auf der neuen Adventure-Golfanlage auf dem Hexentanzplatz in Thale zu wachen: zwölf mannshohe, furchterregend dreinschauende Hexen. Sie hören auf Namen wie Arbocusta, Bestazia, Cruenta oder Limosia und sind aus massiver Eiche geschnitzt. Die Figuren sind den Büchern der Harzkrimi-Reihe „Im Schatten der Hexen“ der Halberstädter Autorin Kathrin Hotowetz entlehnt.

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„Theater ist mein Ding“

Der Blankenburger Theaterverein „Szene 38“ will das kulturelle Angebot in der Blütenstadt erweitern und tritt mit dem Bürgermeister gleich in die große Weltgeschichte ein.

Von UWE KRAUS
Rotkäppchen einmal anders“ und „Frau Olle“? Was da nach Grimms Märchen klingt, sind Bearbeitungen für den Blankenburger Theaterverein „Szene 38“, geschrieben von Annika Kärsten, der Vereinsvorsitzenden. „Auch, um Kosten für Aufführungsrechte zu sparen“, gesteht die 31-Jährige, die selbst früher als 13. Fee bei „Dornröschen“ und böse Gröhl in „Wicki“, aber auch als Königin bei „König Drosselbart“ auf der Bühne des Bergtheaters stand.

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Sympathische Gehirnwäsche

Die Initiative „Harzkind“ will das Image der Region aufpolieren. Dabei setzen die Macher nicht auf Hochglanz-Broschüren und teure Kampagnen, sondern auf Herzblut, coole Aktionen und witzige Sprüche. „Home is where your Harz is“ sagen die Harzkinder und zeigen mit T-Shirts und Accessoires Flagge.

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Von DANA TOSCHNER
Die Reportage eines Journalisten der Deutschen Presse Agentur brachte Elke Roch, Melanie Funke und Dietrich Kühne vor gut einem Jahr so richtig auf die Palme. Im vergangenen Sommer veröffentlichte „Die Welt“ den Beitrag über ihre Heimatstadt Osterode am Harz. Der Autor dokumentierte das Sterben einer Stadt: Geschlossenes Schwimmbad und Kino, verödete Geschäfte und einsame Rentner, die ihre Rollatoren über die Straße schieben.

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