Ich bin so glücklich, hier zu sein

Afghanische Flüchtlinge machen unter den Asylbewerbern in Deutschland nach den Syrern die zweitgrößte Gruppe aus. Das spiegelt sich auch in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt wieder. Ein afghanischer Familienvater erzählt, warum er sich mit seiner Frau und den kleinen Töchtern auf den Weg gemacht hat.

Amanullah Amani spricht ein bisschen Englisch. Der junge Mann aus Afghanistan steht im Zelt der Caritas und strahlt übers ganze Gesicht. „Ich bin so glücklich hier zu sein“, sagt er. Er ist mit seiner Frau und den drei kleinen Töchtern vor zwölf Tagen in Halberstadt angekommen.

Gerade schaut er in einem Pappkarton voller gespendeter Kinderschuhe, ob für seine Töchter ein passendes Paar dabei ist. Fünf, drei und zwei Jahre alt sind die Mädchen. „Wir haben die Kinder auf unserem langen Weg sehr viel getragen. Ich die beiden Großen, meinen Frau die Kleine.“ Mehrere Monate war die Familie unterwegs. Manchmal sind die tagelang durch den Regen gelaufen, waren völlig durchnässt. „Afghanistan, Iran, Türkei“, zählt Amanullah Amani die Länder auf, durch die sie ihre Flucht geführt hat. „Dann mit einem Schlauchboot nach Griechenland. Einmal habe ich fünf Tage lang nicht geschlafen.“ Dass seine Frau, die Töchter und er diese Strapazen überlebt haben, macht den Familienvater froh. Bisher haben sie in Deutschland nur Notunterkünfte kennen gelernt, auf Feldbetten geschlafen. Trotzdem schwärmt der junge Afghane: „Deutschland ist ein schöner Ort, die Menschen sind sehr nett zu uns. Deutsche Polizisten haben meinen Töchtern warme Kleidung gegeben.“ Wenn man ihn fragt, warum er Afghanistan verlassen hat, fällt immer wieder das Wort „Taliban“. „Ich habe für ein türkisches Unternehmen als Mechaniker gearbeitet und Klimaanlagen repariert. Die Taliban wollte mir diese Arbeit verbieten.“ Doch das sei nicht alles gewesen. „Sie haben meiner Frau gedroht, mich umzubringen.“ „Wir haben viele Probleme in Afghanistan“, sagt er. Die Taliban terrorisiert die Zivilbevölkerung, schüchtert die Menschen ein und tötet. Frauen und Mädchen werden unterdrückt, sie haben kein Recht auf Bildung. „Ich möchte, dass meine Töchter zur Schule gehen und lernen dürfen“, sagt Amanullah Amani. Stolz zählt er auf, welche Sprachen er selbst spricht. Was er für die Zukunft hofft? „Dass meine Kinder in einem sicheren Land aufwachsen können.“ 

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