Magischer Nussknacker

Der 42-jährige Can Arslan ist neuer Ballettdirektor am Nordharzer Städtebundtheater. Nach „Peer Gynt“ bringt er nun das wohl bekannteste Weihnachtsballett auf die Bühne:
„Der Nussknacker“.

Im Ballettsaal strecken sich die Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie des Nordharzer Städtebundtheaters, wärmen sich auf, tragen keine opulenten Kostüme, sondern lockere Kleidung. Sie unterhalten sich auf Englisch, Französisch, Katalanisch und Japanisch. Der neue Ballettdirektor Can Arslan leitet selbst das vormittägliche Training.

Er lässt von Hyung Ju Lee, dem Ballettrepetitor, ein Stück anspielen, beobachtet die Tänzer, die sein Konzept einer Neuinszenierung des beliebtesten Märchens der Ballettgeschichte umsetzen sollen. „Ich muss mich an der Größe des Ensembles orientieren, wenn ich nur acht Tänzer habe, können beim Schneeflocken-Walzer nicht 16 über die Bühne schweben.“ So wird es viel „Kopfkino“ in der Ballett-Aufführung geben, die in Claras (Shainez Atigui) Wohnzimmer, in deren kleinen Welt, spielt. Can Arslan kennt die Akteure. Hat er doch erst vor wenigen Monaten, damals noch als Gastchoreograph, am Nordharzer Städtebundtheater mit „Peer Gynt“ ein wunderbares Stück Tanztheater auf die Bühne gebracht. Er selbst hat einige Jahre an der Deutschen Oper und in Portugal als Solist getanzt. Der Vater zweier Töchter glaubt, er hat ein Gefühl dafür, was ganz unterschiedliche Zuschauer im Ballett sehen möchten. „Unsere Nussknacker-Inszenierung bringen wir bewusst in zwei Fassungen heraus, eine einstündige für die kleineren Besucher, eine Lang-Version mit Pause für die anderen.“ Seinen Stil sieht er zwischen Neoklassik und Moderne. „Nennen wir es: Spitzenschuh mit Neoklassik“, sagt er. Er möchte keine festgefahrenen Bahnen, sondern setzt auf Ensemble-Arbeit. Für die Harzer Nussknacker-Inszenierung holt er sich Gerald Ströher vom Schauspiel-Ensemble. „Das Licht geht aus, und er erzählt von der Magie des Nussknackers, der zum Prinzen wird.“ Inspiration findet Arslan in E.T.A. Hoffmanns phantastischer Erzählung „Nussknacker und Mäusekönig“. Die Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky gibt so schöne Vorlagen, dass seine Tänzer viel Raum haben, die Szenerie mit Leben zu füllen. Die Nussschale, mit der Clara und ihr Prinz ins Puppenland reisen, erinnert im Halberstädter Ballettsaal an die Inszenierung, die Weihnachten 2006 in der Choreographie von Jaroslaw Jurasz die Zuschauer in den Bann zog. Can Arslan wird ebenso Ballettkinder in seine Produktion, die von zahlreichen Bühnen als Gastspiel eingeladen wurde, einbeziehen. Während er im Ballettsaal seinen Tänzern auf Englisch präzise Hinweise zu einer Passage zuruft, lobt er das Zusammenwirken. „Wir wissen seit der Zusammenarbeit Anfang des Jahres, als wir ,Peer Gynt’ probten, wo es hingehen soll. Ich arbeite hier mit Vollprofis.“ Er wünscht sich, dass neben dem Stammpublikum viele junge Besucher den Weg ins Theater finden. Uwe Kraus

Termine für alle Vorstellungen in Halberstadt und Quedlinburg im HARZZEIT-Terminkalender und unter www.harztheater.de.

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