Keine verstaubten Noten

Das Stadtorchester Dardesheim setzt auf Nachwuchsgewinnung und immer wieder neue Titel im Programm. Am 20. Juni musizieren die Bläser in großer Besetzung beim „Tag der Musik“ auf dem Kirchplatz der Stadt.

„Wir wollen nicht nur in der eigenen Suppe rumrühren“, meint Veit Rabe, der Mann an der 2. Trompete, der dem Verein des Stadtorchesters Dardesheim vorsteht. „Man muss immer mal wieder was Neues ausprobieren, sonst wird es langweilig.“ Das Kirchturmblasen zum 4. Advent, jährlich Kaffeekonzerte an zwei Tagen im „Landgasthof zum Adler“ – diesmal soll es anders werden. Es wird ein großes Sommer-Open-Air geben; ein Freiluft-Konzert am Abend, „bei hoffentlich gutem Wetter, Bier oder Wein“.

 „Wir wollen nicht nur in der eigenen Suppe rumrühren“, meint Veit Rabe, der Mann an der 2. Trompete, der dem Verein des Stadtorchesters Dardesheim vorsteht. „Man muss immer mal wieder was Neues ausprobieren, sonst wird es langweilig.“ Das Kirchturmblasen zum 4. Advent, jährlich Kaffeekonzerte an zwei Tagen im „Landgasthof zum Adler“ – diesmal soll es anders werden. Es wird ein großes Sommer-Open-Air geben; ein Freiluft-Konzert am Abend, „bei hoffentlich gutem Wetter, Bier oder Wein“.

Am 20. Juni feiert die Stadt Dardesheim ihr Kirchplatzfest, den „Tag der Musik“. Veit Rabe freut es, dass dabei alle Genres bedient werden: Seniorentanz, die Chöre rundherum, aber auch die Rockmusik. „Wir haben das angeregt und sind Mitveranstalter.“
Auf der Bühne werden dann auch junge Bläser sitzen, die seit vielen Wochen vom musikalischen Leiter des Nachwuchsorchesters Alexander Ditas auf dieses Ereignis vorbereitet werden. „Würden wir die Instrumentalisten gleich in den großen Klangkörper setzen, gehen sie unter. Mit dem Nachwuchsorchester schaffen wir einen fließenden Übergang, sie schnuppern schon mal bei einigen Stücken rein, werden an ihre Rolle herangeführt. Da läuft ein reger Austausch zwischen den jüngeren und erfahreneren Musikern“, erklärt der studierte Orchestermusiker Ditas.
So gelingt es, dass alle Stimmen besetzt sind und keine wichtigen Töne fehlen. „Weil wir verschiedene Register haben, erzeugt das eine ganz besondere Klangfarbe.“ Schließlich verstehe man sich als „Sinfonisches Blasorchester“, das durch seine Besetzung natürlich die Möglichkeit hat, ganz besondere Stücke zu spielen. Dann steht der „Türkische Marsch“ neben Walzer, Filmmusik, Musicalmelodien, Pop-Rock-Titel, aber eben auch ganz klassischer Blasmusik wie Marsch und Polka.
Der 28-Jährige hat einen guten Draht zum Nachwuchs. Nicht nur, weil er als Lehrer an der Kreismusikschule, der auch im Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode spielt, viele der Dardesheimer Nachwuchsmusiker selbst unterrichtet. Er lobt die enge Kooperation der Musikschule mit dem Orchester, das den jungen Leuten „Auftrittserlebnisse“ verschafft. Der in Wernigerode lebende Posaunist unterrichtet seit 2012 Tenor- und Baritonhorn, Posaune und Trompete. „Als dann hier in Dardesheim der Posten des Chefs vom Nachwuchsorchester vakant wurde, bin ich eingestiegen“, erinnert sich Alexander Ditas.
Der Musiker legt Wert darauf, dass die Jugendlichen im Orchester immer wieder neue Stücke lernen und nicht jahrein, jahraus dasselbe spielen. Abwechslung in der Auswahl, das mag auch Rayk Engelmann. Der Baderslebener Unternehmer sitzt im Vereinsvorstand, aber besonders gern auf dem Platz am Baritonsaxophon. Für ihn ist wichtig: „Die Noten sollen nicht auf dem Notenständer verstauben.“ So kommen immer wieder neue Titel nach. „Das bringt auch für uns ältere Orchestermitglieder den Anreiz, zu Hause das Instrument auszupacken und die neuen Noten zu üben.“
Er zählt sich wie Rabe zur mittleren Orchester-Generation. „Wir haben durchaus Musiker an den Notenständern sitzen, die älter als 70 Jahre sind.“ Die spielten schon lange vor der Vereinsgründung vor 23 Jahren im Orchester, das weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Spitzenruf genießt. „Es muss schon seinen Grund haben, dass sich Freitagabend Leute aus Blankenburg, Benzingerode, Wernigerode, Halberstadt oder Badersleben auf den Patt machen, um mit Jürgen Franke zu proben“, erklärt Veit Rabe. „Unser musikalischer Leiter kommt aus Magdeburg. Das ist für ihn eine Herzensangelegenheit“, fügt Rayk Engelmann an.
Aber es ist vor allem die musikalische Herausforderung mit einem so großen Orchester, von denen es nicht all zu viele in der Region gibt, arbeiten zu können. Jürgen Franke ist Vollblutmusiker und seit vielen Jahren auch der Kopf der „Original Harzlandmusikanten“. Aber die Arbeit mit einem großen Orchester, in dem man eben ganz andere Arrangements spielen kann, macht ihm sichtlich Spaß und ist eine Herausforderung.
Die beiden Vereinsvorstände vergessen nicht zu erwähnen, wie stark die Kommunalpolitik hinter dem Orchester stehe. „Nur wer schon mal nach jeder Probe alles wieder abgeräumt hat, weiß, welch Segen es ist, dass wir im Feuerwehrgebäude seit 13 Jahren Proberäume unser eigen nennen.“ Uwe Kraus

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