Wo Prinzessin Ilse schläft

Mit viel Herz betreibt Familie Meyer seit vier Jahren im Ilsenburger Bahnhof die Pension „Stellwerk“. Das schöne, alte Gebäude sorgt ebenso für ein roman-tisches Ambiente, wie die außergewöhnlich eingerichteten Zimmer.

Der historische Bahnhof Ilsenburg aus dem Jahr 1884 gehört zweifelsfrei zu den schönsten seiner Art im Landkreis Harz. Seit seiner Komplettrenovierung durch die Stadt Ilsenburg erstrahlt er in neuem Glanz. Auf den Gleisen davor rumpelt nicht nur der Güterverkehr zum Walzwerk vorbei, auch der Personenverkehr des HarzElbeExpress’ hält hier im Stunden-Takt. Fahrgäste, die auf ihren Zug warten, können sich in der Harzreisestation „Stellwerk“ bei einer guten Tasse Kaffee die Zeit verkürzen, lecker frühstücken oder sich ein frisches „Hasseröder“ zapfen lassen. Aber auch unter den Einheimischen ist das „Stellwerk“ beliebt.

Vor zweieinhalb Jahren hat Eric Meyer das „Stellwerk“ gepachtet. Der gelernte Industriekaufmann suchte nach beruflichen Stationen in Hamburg und in „Schröders Café“ in Ilsenburg eine neue Herausforderung. Als das Angebot der Stadt Ilsenburg kam, griff er zu. Gemeinsam mit seiner Mutter Ute, „der guten Seele“, will der 26-Jährige hier ein ständiges Angebot schaffen, das über den normalen Betrieb als Bistro hinausgeht. „Wir bieten neben dem Frühstück auch die Möglichkeit an, für Familienfeiern den Saal zu nutzen. Bis zu 100 Personen finden hier Platz. So hatten wir sogar schon Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel zu Gast, der mit der zahlreichen Genossen das 25-jährige Bestehen des SPD-Ortsvereins Ilsenburg beging. Aber auch für kleinere Treffen, die dann vorn im Bistro stattfinden, werden wir regelmäßig angefragt.“ Im ehemaligen Bahnhofsgebäude sind vier moderne, individuelle Pensionszimmer sowie eine Ferienwohnung entstanden. Der öffentliche Bereich beherbergt nunmehr das Bistro und den Heine-Saal. Im Pensionsbereich sind die großzügig geschnittenen Zimmer mit sehr viel Liebe bis ins kleinste Detail zu regionalen Themen gestaltet worden. So steht das Klosterzimmer beispielsweise ganz im Zeichen der eindrucksvollen Klosteranlagen in Ilsenburg und Drübeck. Eine schöne Ausstattung in klösterlicher Bescheidenheit prägt den Raum, Wanderkarten und Lektüre über die Klosteranlagen finden die Gäste am Kopfende des Schlafplatzes. Das Ilsezimmer ist eine Hommage an die sagenumwobene Prinzessin Ilse, die ein vielgestaltig-zauberhaft anmutendes menschliches Wesen, verwandelter Gebirgsbach und Bewohnerin der Unterwelt ist. Die Ausstattung und Accessoires fabulieren frei mit dem Thema und sind femininer Natur. Heines Harzwanderung hat den Architekten zum Heine-Zimmer inspiriert. Das spätromantische Ambiente ist eine Verbindung aus alt und neu. Natürlich kommt der Dichter mit eigener Lyrik zu Wort. Eine zarte, lustvolle Zeichnung des französischen Bildhauers Auguste Rodin ziert das raumbestimmende Himmelbett. Last but not least präsentiert sich das Brockenzimmer so, wie der Hausberg der Ilsenburger selbst: Dieser windreichste Ort Deutschlands hinterlässt Spuren – auch auf wind- und wettergegerbten Baumstämmen im „Stellwerk“. Deshalb wurden für einige Holzeinbauten silbergraue Oberflächen ausgewählt. Hinterleuchtete Fotos zeigen charakteristische Details der Brockenregion wie Luchs, Fingerhut Gespensterwald.

Frank Drechsler

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