Die Scheunenbäckerin

Wo einst Draht gezogen wurde, bäckt heute in einem alten Forsthaus an der Selke Bettina Götze Kuchen und verwöhnt ihre Gäste.

Das Statistik-Programm von Bettina Götze spuckt es aus: Ihre Friesentorte wird viermal öfter bestellt als jede andere ihrer Kuchenkreationen. Wer so ein Stück aus Stachelbeeren, Baiser und Sahne kostet, weiß, warum. Nein, Konditorin ist sie nicht. „Ich backe den klassischen Mutti-Kuchen“, stapelt sie tief. Jeden Tag vier Kuchen, in Stoßzeiten bis zu 20. Die Gäste danken es hier.

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Helfen statt hetzen

In was für einem Land leben wir eigentlich? Diese Frage stellt sich HARZZEIT-Autorin Dana Toschner. Sie begleitete die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation in die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber, sah traurige Szenen und traf Helfer, die Angst vor Anfeindungen haben.

ZASt-Besuch in Halberstadt. Dieser Bilder graben sich einem tief ins Herz. Gleich hinter der Schranke hocken Flüchtlinge auf dem Boden und starren ins Leere, ihr ganzes Hab und Gut um sich gestapelt. Die meisten haben ihre Kleider in Müllsäcken verstaut, nur wenige konnten in der Kleiderkammer einen Koffer ergattern. Ein Mann sitzt in einem Jogginganzug auf der Erde, mit dem Rücken an einen Container gelehnt.

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Ich bin so glücklich, hier zu sein

Afghanische Flüchtlinge machen unter den Asylbewerbern in Deutschland nach den Syrern die zweitgrößte Gruppe aus. Das spiegelt sich auch in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt wieder. Ein afghanischer Familienvater erzählt, warum er sich mit seiner Frau und den kleinen Töchtern auf den Weg gemacht hat.

Amanullah Amani spricht ein bisschen Englisch. Der junge Mann aus Afghanistan steht im Zelt der Caritas und strahlt übers ganze Gesicht. „Ich bin so glücklich hier zu sein“, sagt er. Er ist mit seiner Frau und den drei kleinen Töchtern vor zwölf Tagen in Halberstadt angekommen.

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Magischer Nussknacker

Der 42-jährige Can Arslan ist neuer Ballettdirektor am Nordharzer Städtebundtheater. Nach „Peer Gynt“ bringt er nun das wohl bekannteste Weihnachtsballett auf die Bühne:
„Der Nussknacker“.

Im Ballettsaal strecken sich die Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie des Nordharzer Städtebundtheaters, wärmen sich auf, tragen keine opulenten Kostüme, sondern lockere Kleidung. Sie unterhalten sich auf Englisch, Französisch, Katalanisch und Japanisch. Der neue Ballettdirektor Can Arslan leitet selbst das vormittägliche Training.

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Ultraleicht

Scheinbar schwerelos ziehen Segelflieger ihre Kreise. Ihre Eleganz und Geschwindigkeit faszinieren Thomas Brandes. Er will seiner Leidenschaft unbedingt nachgehen und überwindet für seinen Traum alle Hindernisse.

Linienflüge sind wie Kutsche fahren, Segelfliegen dagegen ist die Formel Eins“, sagt Thomas Brandes. In nur etwa zwei Sekunden erreicht er mit seinem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Das Segelfliegen ist die Leidenschaft des 51-Jährigen, die er durch Zufall entdeckt hat. 2012 wurde er auf einen Segelflugverein in Wolfenbüttel aufmerksam. Eigentlich hatte der Unternehmer aber ganz andere Pläne: Statt ins Cockpit wollte er wieder aufs Motorrad steigen. Die Begeisterung für die schnellen Zweiräder hatte er auf Eis gelegt, bis er hörte, dass man die Maschinen auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen umbauen kann.

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Buchstabensüchtig

Anka Brüggemann ist ein „Anonymer Bookoholiker“. Naja, anonym freilich nicht so ganz. Aber mit der Sucht nach allem, was mit Büchern zu tun hat, braucht sich die Wahl-Quedlinburgerin ja auch nicht zu verstecken.

Morgens um 10, wenn die Sonne versucht, den Nebel zu vertreiben, ist es noch ruhig im „Quartier 7“. Der romantische Kunsthandwerker-Hof in der Nähe des Quedlinburger Rathauses wirkt verschlafen. Aber es wird nicht lange dauern, bis der erste Schwung Touristen das Kleinod entdeckt. Zwischen Filzmanufaktur und Kleinkunstbühne haben sich eine Keramikerin, eine Silberschmiedin, ein Glasbläser und zwei Modemacherinnen niedergelassen. Anka Brüggemann fühlt sich wohl in der Gemeinschaft dieser kreativen Köpfe: „Morgens trinken wir oft erstmal zusammen einen Kaffee.“

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