Ein Dorf steht im Schach

Seit 1000 Jahren spielen die Bewohner von Ströbeck das Spiel der Könige. In der Schule ist es Pflichtfach, Turniere werden wie Dorffeste gefeiert. Doch die Tradition ist in Gefahr.
Der Turm rückt seinen Hut zurecht. Ein Bauer mit abstehenden Ohren reibt sich verschlafen die Augen. Dann bekommt ein schwarzer Springer ein Kommando: „Springer auf G4!“ Er zieht nach vorne, klopft einem weißen Bauern auf den Rücken. Geschlagen. Der Bauer verlässt das Feld.

Jedes Jahr stehen in Ströbeck 32 Dorfbewohner als Schachfiguren verkleidet auf dem Dorfplatz. Die meisten deutschen Dörfer kennen vier Jahreszeiten. In Ströbeck sind es fünf: Sommer, Herbst, Winter, Frühling – und das internationale Schachturnier. In diesem Jahr wird es am 28. Mai ausgetragen.

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Eiskalte Leidenschaft

Für die „Rote Zora“ oder das „Beschwipste Huhn“ fährt mancher Eisfan quer durch den Landkreis. Die Eisbecher bei „Busches Eis“ in Wernigerode sind begehrt. Denn Familie Busche versteht ihr Handwerk: Seit drei Generationen wird hier Eis hergestellt.

Wenn Lutz Busche morgens um 10 das rote Eisfenster öffnet, hat er schon fünf Stunden Arbeit hinter sich. „Pünktlich um 5 beginne ich mit der Produktion“, sagt er und steigt über eine Außentreppe hinauf in den ersten Stock, um die „heiligen Hallen“ zu zeigen. Tatsächlich ist nur ein winzig kleiner Raum, in dem aus Milch, Sahne, Zucker und all den anderen Zutaten das Eis gerührt wird.

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Rizinus unterm Kirchturmdach

In 36 Meter Höhe befindet sich in Harzgerode die deutschlandweit einzige Apotheke in einer Kirche. Seit 2006 besuchten 150000 Neugierige die St. Marien-Kirche mit dem Museum, in dem man erfährt, wie einst Pillen gedreht wurden und dem Gewölbe, in dem  die so genannte „Blekprinzessin“ ruht.

Manfred Seifert steigt auch mit seinen 73 Jahren noch die 80 schmalen Stufen auf den Turm der Harzgeröder St. Marien-Kirche hinauf. Ein Weg, den er seit seiner Kindheit kennt. Hier oben in der Türmer-Wohnung lebte einst seine Tante Paula. Einige nannte sie Bimmel-Paula, wohnte und wachte sie doch mit ihrem durchs Holzbein gehandicapten Ehemann und sechs Kindern bis 1956 hier oben nahe der Kirchenglocken.

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Ein zweites Leben in Pastell

Die Quedlinburgerin Maritta Schlotter hat ihr Herz an alte Möbel verloren. In ihrer Werkstatt schenkt sie ihnen ein zweites Leben und im „Vintage WohnLaden“ lassen sich die Kunden gern von ihrer Begeisterung anstecken.

Omas alte Kommode stand seit Jahren unbeachtet auf dem Dachboden, fingerdick bedeckt vom Staub. Bis die Enkelin sie entdeckte, die mit ihrem Mann gerade ein altes Bauernhaus gekauft hatte und überlegte, wie man aus dem vernachlässigten Schränkchen wieder ein Schmuckstück machen könnte. Als sie durch einen Zufall im Lädchen von Maritta Schlotter landete, fügte sich eins zum anderen:

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Die Hürden überwinden

Zu dumm, zu faul, zu langsam – Schüler, die das zu oft hören, glauben irgendwann selbst daran. Dabei braucht der ein oder andere vielleicht nur jemanden, der ihm hilft, die Hürden zu nehmen. Das LOS fördert Kinder, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben.

Justus hatte keinen leichten Start. Gleich die erste Klasse musste der Junge wiederholen, weil er einfach nicht so gut vorankam wie die anderen Kinder. Er strengte sich an, aber die Buchstaben und Laute wollten einfach nicht in seinen Kopf. Inzwischen ist er neun, geht in die zweite Klasse und zieht voller Stolz einen Deutschtest aus dem Rucksack. „Ich hab’ ne Eins“, verkündet er strahlend. Er hat sie sich hart erarbeitet.

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Schokokuchen mit Seele

„Das Café am Rande der Welt“ heißt eine Erzählung, die zum Bestseller geworden ist. Man möchte meinen, der Autor habe sie hier geschrieben: Im kleinen Wülperode, irgendwo im Niemandsland, hat das Ehepaar Kwiran mit der „Alten Tischlerei“ ein Kleinod geschaffen.

Die grüne Holztür des Fachwerkhauses ist nur angelehnt. Davor parkt ein Rollator. „Das ist meiner, ich bin nicht mehr gut zu Fuß“, sagt Ute Kwiran und bittet lächelnd ins Haus. Drinnen kriecht der Duft des frisch gebackenen Kuchens von der Küche in den Flur. Apfelkuchen und Schokokuchen – wahlweise mit Birnen oder Kirschen – werden die Gäste an diesem Wochenende im Café „Zur Alten Tischlerei“ in Wülperode naschen. Dass sich Leute zum Kaffeetrinken ausgerechnet in dieses kleine Dorf an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen aufmachen, mag man kaum glauben.

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