Die Geschichten finden mich

Eigentlich wollte Kathrin Hotowetz mit den Hexen aufhören. Aber immer neue mystische Geschichten finden den Weg in ihren Kopf. Nach rund 50  000 verkauften Büchern ihrer Harz-Saga kann man die Halberstädterin ohne zu übertreiben Erfolgsautorin nennen. Dabei hatte ihr das anfangs kaum jemand zugetraut.

Als Kathrin Hotowetz vor fünf Jahren ihr Erstlingswerk unter den Arm klemmte und durch die Buchläden der Region zog, um die Händler dafür zu begeistern, erntete sie eher mitleidige Blicke. Schon wieder eine, die ein Buch geschrieben und es im Eigenverlag veröffentlicht hat. Noch so ein Staubfänger. Ein Buchhändler sagte ganz offen: „In meinen Regalen ist dafür kein Platz. Sie können sich glücklich schätzen, wenn Sie 100 Stück davon verkaufen.“

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Frischer Wind in alten Mauern

Der Bahnhof Blankenburg hat einen neuen Besitzer. Die NiBra Immobilien GbR hat das Gebäude samt dazugehörigem Areal erworben. Die GbR, das sind die Blankenburger Stephan Nickell und Dirk Brandenburg. Im positiven Sinne eisenbahnverrückt wollen die beiden wieder dauerhaft geschäftiges Leben in das Gebäude einkehren lassen. Erste Mieter nutzen bereits einige Bereiche des Einzeldenkmals.

Nickell und Brandenburg sind dem Thema Eisenbahn mit Haut und Haar verfallen. Brandenburgs Vater war Eisenbahner und auch er selbst hat „von der Pike auf bei der Bahn gelernt“. Für den bei der Havelländischen Eisenbahn tätigen „Flottenmanager Lokomotiven“ dreht sich wie auch bei Nickell, der als Betriebskoordinator der Rübelandbahn arbeitet, von morgens bis abends alles um das Thema Eisenbahn. Der Kauf des Bahnhofes sei aber trotzdem eine Schnapsidee gewesen. Zunächst jedenfalls, so Brandenburg.

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Der Holunder vom Baum

Daniela Bestehorn hat sich einen Traum erfüllt. Im Burggrund von Ersmleben hat sie vor fünf Jahren ihre Café- und Teestube „Holunderbaum“ eröffnet. Hier zaubert sie kulinarische Spezialitäten aus der unscheinbaren kleinen braunen Beere.

Der Tee, der Saft, der Sekt, die Torten: In der Tee & Caféstube im Burggrund von Ermsleben dreht sich alles um den Holunder. Die Chefin im Haus ist Daniela Bestehorn. „Holunder wächst ja eher an Busch und Strauch, aber ich habe ein Buch gelesen, in dem es um den Holunderbaum ging. So kamen wir zum Namen.“ Seit jeher ist der Holunder Beschützer von Haus und Hof und versorgt die Menschen mit seinen Heilkräften. Unterdessen gibt es das Café seit fünf Jahren. In einer schnelllebigen Zeit sei es den Menschen wichtig, einen Ruheplatz zu finden. „Diesen Platz wollen wir mit unserem Holunderbaum schaffe“, betont Daniela Bestehorn.

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Zeitreise mit Frosch

Eigentlich hatte Andrea Gall nie vor, ein Café zu eröffnen. Dann aber hat sie sich in das ehemalige Bürgermeister-Haus in Gernrode verliebt und später die Weichen für die Eröffnung des „Froschkönigs“ gestellt.  Ihr liebevoll eingerichtetes Café wurde vor zwei Jahren vom „Feinschmecker“ zu einem der besten in Deutschland gekürt. Es ist ein echtes Schmuckstück.

Das Café „Froschkönig“ im kleinen Gernrode, direkt gegenüber der Stiftskirche, kann es mit jedem Großstadt-Café dieser Welt aufnehmen. Man wähnt sich in Leipzig, Dresden oder Berlin, so stilvoll eingerichtete Cafés findet man in der hiesigen Gegend jedenfalls selten. Der Charme längst vergangener Zeiten paart sich im „Froschkönig“ mit einem märchenhaften Ambiente. „Die Gäste sollen in Erinnerungen schwelgen, wenn sie die Möbel sehen“, sagt die Inhaberin Andrea Gall. „Manchmal sucht man ja gerade die Gemütlichkeit alter Zeiten.“

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Liebe auf den ersten Blick

Viele Holländer lieben den Harz, aber Marie Mens liebt die Gegend ganz besonders. Sie und ihr Mann Anton haben sich Ende 1990er Jahre in den Bahnhof in Dedeleben verguckt. „Als wir das Gebäude zum ersten Mal sahen, stand unser Entschluss fest: Hier wollen wir wohnen. Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Marie Mens.

Die Holländer sind ein reiselustiges Völkchen. Viele sind angetan von der Harzer Landschaft, den Menschen und nicht zuletzt den alten Gebäuden. Marie und Anton Mens bilden da keine Ausnahme. Die Büroangestellte und der Lokführer sind seit Jahrzehnten Fans alter Eisenbahnen. Sie und ihre beiden Töchter lieben alles, was damit zu tun hat. So führten ihre Reisen immer wieder auch an verschiedene Orte Europas. Dorthin, wo die Region immer auch noch ein bisschen his­torische Eisenbahngeschichte atmet. So, wie an vielen Stellen in Deutschland eben. Einmal Eisenbahner, immer Eisenbahner.

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Das Kräuterweib

Simone Schalk zählt zu den bekanntesten Kräuterfrauen im Harz und lädt von März bis Oktober jedes Wochenende zu Kursen nach Molmerswende ein.

Ich bin zu meinen Wurzeln zurückgekehrt“, sagt Simone Schalk und meint damit nicht ihren Umzug aus dem Einfamilienhaus in Hettstedt in ein ausgebautes Bauernhaus in Molmerswende vor zehn Jahren. Sie denkt eher an den Bauernhof der Großeltern und das, was ihr Vater ihr erzählt hat. „Er hat mir Bäume, Pilze und Pflanzen gezeigt, also den Grundstein für das gelegt, was ich heute liebe.“ Er verstarb recht früh, vieles von dem, was er Tochter Simone beigebracht hat, ging verschütt. „Ich konnte ja später kaum den Löwenzahn von der Brennnessel unterscheiden“, erinnert sie sich lachend.

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