Schlossherr mit Bohrmaschine

„Schlafen wie die Grafen“ verspricht ein Schild an der Hauptstraße im kleinen Stecklenberg. Wer hier abbiegt, wird überrascht. Michael Pinnow hat aus der Ruine des Schlosses ein erstaunliches kleines Hotel geschaffen, das er immer noch weiter verschönert.

Von DANA TOSCHNER
Einen Schlossherren stellt man sich gemeinhin als Anzugträger vor, mit seidenem Einstecktüchlein in der Tasche und Siegelring am Finger. Das aber ist nichts für Michael Pinnow. Der 55-Jährige trägt viel lieber seine staubbedeckte Arbeitskluft: „Ich bin Hobbyhandwerker und traue mich überall ran. Trockenbau, Elektrik, Maurerarbeiten, das mache ich alles am liebsten selbst.“ Diese Leidenschaft fürs Bauen und Sanieren war es auch, die ihm 1999 den Mut und das Selbstvertrauen gab, das Schloss Stecklenberg zu kaufen, obwohl es in einem erbärmlichen Zustand war.

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Eine Werkstatt voller Geigen

Nur seiner Hartnäckigkeit und einer Staatsratseingabe hatte es der Wernigeröder Matthias Vorbrodt zu verdanken, dass er den Beruf des Geigenbauers erlernen durfte. Bis heute liebt er sein Handwerk. „Aus einem toten Werkstoff mache ich wieder etwas Lebendiges“, sagt er.

Von FRANK DRECHSLER und DANA TOSCHNER
Gefallen am Geigespielen hat Matthias Vorbrodt schon Mitte der 1980er Jahre an der Musikschule in Wernigerode gefunden. Auch beruflich sollte es später einmal in diese Richtung gehen. Seine Lehrerin an der Musikschule habe damals den Stein ins Rollen gebracht und ihm geraten, eine Lehre als Geigenbauer anzustreben. Warum auch nicht? Voller Hoffnung und mit einer Empfehlung der Lehrkräfte in der Tasche habe er sich dann beim VEB Musima in Markneukirchen im Vogtland beworben, erinnert sich Matthias Vorbrodt. Die Absage folgte prompt, es waren keine Lehrstellen mehr frei.

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Im Herzen ein Häuptling

Im Indianermuseum von Thomas Merbt in Derenburg wurden vor wenigen Tagen neue Szenen für „Alles Klara“ abgedreht. Die Folge soll im nächsten Jahr ausgestrahlt werden. Als Kulissen wurden dafür auch verschiedene neue Exponate, für die Merbt teils jahrzehntelang und weltweit auf der Suche war, in Szene gesetzt. Ein Blockhaus beispielsweise und auch der Cowboy-Verpflegungswagen, auf den Merbt besonders stolz ist.

Von FRANK DRECHSLER
Ein kleines Foto hängt an der Wand. Ganz hinten im Museum. Genau dort, wo Besucher seit kurzem die neuen Ausstellungsstücke sehen können. Das Foto zeigt einen amerikanischen Verpflegungswagen, der Cowboys mit Essen und Getränken versorgt. Diese alte Abbildung diente als Vorlage für den Nachbau eines eben solchen Wagens, wie er nun im Indianermuseum gleich vor dem Bild steht.

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Die Bergfolker

Eine Wernigeröder Mittelalter-Folk-Band spielt in der ersten Liga der Musikrichtung und wird sogar zu Auftritten auf der japanischen Insel Hokkaido eingeladen.

„Da haben wir unseren Jahresurlaub geopfert und sind nach Japan geflogen“, erzählt Steffen Blauwitz von der weitesten Tour, die die  Mittelalter-Folk-Band „Bergfolk“ aus Wernigerode auf die Nordinsel Hokkaido führte. Dort hat man in einem Vergnügungspark Deutschland nachgebaut. Deutsche Handwerker und Historie, da braucht es typische Musik. „Es war für uns eine interessante Erfahrung“, sind sich Steffen Blauwitz, Harald Kruft und Heiko Schilling einig.

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Julians Mütter

Der kleine Julian, drei Jahre alt, hat zwei Mütter: Seine „Bauchmama“ hat ihn zur Welt gebracht, seine „Herzmama“ schenkt ihm jeden Tag Liebe und Geborgenheit. Eine Mutter, die ihr Baby zur Adoption freigegeben hat und die Adoptivmutter des Jungen erzählen.

Von DANA TOSCHNER
„Einer meiner ehemaligen Lebensgefährten hat in nur zehn Minuten mein ganzes Leben zerstört. Ich wohnte damals in Quedlinburg mit meinen vier Kindern: Annika, Tim, Luise und Max. Ich wollte Annika von einer Freundin abholen und hatte Max bei seinem Vater gelassen. Ich hatte mich zwar von ihm getrennt, aber er war bislang immer lieb zu dem Kleinen gewesen. Als ich losging, hat er ihn gerade gefüttert. Dann muss Max geschrien haben. Ich weiß nicht, wie das abgelaufen ist. Ich war ja nicht dabei. Jedenfalls hat mein Lebensgefährte das Baby so lange geschüttelt und wahrscheinlich auch geschlagen, bis der Kleine schwer verletzt war und kaum noch geatmet hat. Max ist dann kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Er war erst fünf Monate alt.

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Zwischen Wiese und Pfanne

Ute Lange erfüllte sich vor 15 Jahren einen Traum. Eigentlich wollte sie 2001 nur „Süppchen mit Drumherum“ verkaufen. Ihr „Altes Forsthaus Todtenrode“ ist unterdessen eine angesagte Gaststätte mit bodenständiger Kost, in der sich auch Hochzeitsgesellschaften wohlfühlen..

Von UWE KRAUS
In Todtenrode dämmerte ein Haus vor sich hin, nach der Wende ohne Zweck und Sinn“, dichtete der Blankenburger Axel Paersch zur Jahrtausendwende. Den über zehnjährigen Dämmerzustand des ehemaligen Ferienlagers und der Gaststätte beendete 2001 Ute Lange. „Das Grün wuchs bis ins Haus“, erinnert sie sich und zeigt alte Fotos. Ihr Traum: „Ich wollte so etwas aufbauen, wie ich es aus den alten Köhlerhütten kannte, die hier mal standen. Eine kleine Suppe und ein bisschen was drumherum. Schließlich steht unsere Fleischerei in Blankenburg. Die Arbeit sollte für mich allein zu schaffen sein.“

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