Wir sind dann mal weg

Im Mai packen zehn Kinder ihre Koffer, um auf Mallorca unbeschwerte Ferientage zu verbringen. Sie haben – im übertragenen Sinn – schwere Rucksäcke zu tragen. Sie sind durch Krankheit, Behinderung, Missbrauchs- oder Gewalt­erfahrungen traumatisiert. Die Peter Maffay Stiftung lädt die Kinder nun auf eine Finca ein.

Wenn Lisa, Stefanie, Annalena und Sabrina von ihrer Kindheit, ihren Sorgen und Ängsten erzählen, wird einem schwer ums Herz. „Als ich vier war, bin ich zu den ersten Pflegeeltern gekommen, weil meine richtige Mama sich nicht um mich kümmern konnte“, erzählt die zehnjährige Lisa. Doch bei den Pflegeeltern konnte sie nicht bleiben. Sie lebte eineinhalb Jahre im Kinderheim. Dann kam sie in die nächste Pflegefamilie. Dann in noch eine und noch eine. „Wo ich jetzt bin, möchte ich unbedingt bleiben“, sagt sie und lächelt ihre Pflegemutter an. Die nickt beruhigend.

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„Wir machen Geschichte“

Der Blankenburger Verein „History4you“ hat sich seit mehr als zehn Jahren der Geschichte des Mittelalters im Harzkreis verschrieben. Mit originalgetreuen Uniformen spielen die Vereinsmitglieder historische Ereignisse nach. Darüber hinaus setzen sie sich für den Erhalt von Bau- und Bodendenkmalen ein.

Von ihrem erhöhten Standpunkt aus haben sie alles gut im Blick, werden aber selbst nicht gesehen. Das ist beruhigend. Denn gut 150 Meter lang ist das Schussfeld, das vor ihnen liegt. Das reicht aus, um Störenfriede, Diebesgesindel und andere zwielichtige Gestalten mit ihren langen Jägerbüchsen in Schach zu halten. Sollte doch mal jemand ihren Wall erreichen, Jörg Reimann und Thomas Rostalski würden nicht zögern, ihre Steinschlosspistolen sprechen zu lassen. Die beiden Männer gehören zur Reenactment-Gruppe des Blankenburger Geschichtsvereins „History4You“. Bei ihren Vorführungen und Thementagen schlüpfen sie für ihr geschichtsinteressiertes Publikum in die Uniformen.

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Tante Ernas Fanclub

Auf dem Wernigeröder Nicolaiplatz begann vor 25 Jahren die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft. Zwei Männer aus dem Saarland waren 600 Kilometer weit gereist, um sich den Osten anzugucken. Sie lernten durch Zufall eine gastfreundliche Dame kennen: Erna Eigendorf. Über das, was sich damals zugetragen hat, schmunzeln und staunen die Herren noch heute.

Ja, hier muss es gewesen sein“, sagt Martin Springer. „Genau an dieser Stelle, exakt auf die Minute vor 25 Jahren.“ Der 60-Jährige steht freudig-ergriffen am Nicolaiplatz in Wernigerode. Er ist mit Klaus Schwinn, mit dem ihm eine „uralte Männerfreundschaft“ verbindet, aus Saarbrücken in den Harz gekommen, um den „Tante-Erna-Ehrentag“ zu begehen. Mit ihm war er auch damals unterwegs, am 28. Februar 1990.

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Nur ein Augenblick

Bei einem Motorradunfall vor sieben Jahren verliert die Blankenburgerin Birgit Kumpf ihr linkes Bein. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Das Leben immer wieder als Herausforderung zu betrachten, ist für sie nicht leicht.

Manchmal verändert ein einziger Moment alles: Ein sonniger Tag im September. Das Blau des Himmels hat diese besondere Tiefe, die ersten Blätter leuchten schon in den Farben des Herbstes. Birgit Kumpf und ihr Mann Mario genießen die Motorradtour. Dann geht alles ganz schnell. In einer Kurve schneidet ein entgegenkommender Motorradfahrer die Spur. Das Blankenburger Paar bremst. Als Birgit Kumpf absteigen will, folgt der Schock. Ihr Unterschenkel ist abgetrennt.

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Eine Frage der Ehre

Damit er seine krebskranke Frau nach der Entlassung aus dem Krankenhaus umsorgen kann, haben Steffen Sünders Kollegen aus dem Autohaus Schmidt & Söhne ihre Urlaubstage gespendet. Die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl machten ihn sprachlos. 74 Tage darf er sich nun zu Hause um seine Frau Doreen kümmern. Auch die HARZZEIT-Macher verneigen sich und sagen Danke – Doreen Sünder ist unsere Redaktionsassistentin.

Doreen und Steffen Sünder haben eine harte Zeit hinter sich. Monate, in denen viele Tränen flossen und sie ans Ende ihrer Kräfte gelangten. Im Sommer des vergangenen Jahres bekam die 32-Jährige Blankenburgerin die Diagnose Leukämie. Schnell stand fest, dass sie die Krankheit nur durch eine Stammzellen-Transplantation überleben würde.

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Nur noch kurz die Welt retten

Endlich nicht mehr nach Mutters und Vaters Pfeife tanzen müssen. Das genießt man mit 18. Doch wie geht’s weiter? Welcher Job wird ein Leben lang Spaß machen? Mit der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium tun sich viele Jugendliche schwer. Das Freiwillige Ökologische Jahr verschafft eine Verschnaufpause und kann neue Perspektiven eröffnen.

Hans-Christian Fabian war 19, als er nicht mehr weiter wusste. Der Blankenburger hatte sich nach dem Abschluss auf dem Fachgymnasium an der Technischen Universität Freiberg für Angewandte Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie eingeschrieben. Zuerst hielt er das für eine gute Idee, doch nach zwei Semestern fühlte er sich überfordert. Der Druck, die anstehenden Prüfungen – er hielt dem nicht Stand. „Ich merkte plötzlich: Das ist nicht mein Ding“, sagt er. Hans-Christian Fabian brach das Studium ab, aber die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. „Natürlich war das deprimierend. Es hat alles umgeworfen. Plötzlich stand ich völlig ohne Plan da.“

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