Linda Hesse tritt am 4. März im FSZ Halberstadt auf. Karten für das Konzert gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Internet unter www.eventim.de oder direkt im Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt.

Ein Tränchen wird fließen

Linda Hesse kommt mit ihrer Band am 4. März ins Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt. Das Konzert ist eines von 14 Shows ihrer aktuellen „Hör auf dein Herz“-Tour, die sie durch ganz Deutschland führt.

Für die 27-Jährige ist der Tour-Stop in der Heimat eine Herzensangelegenheit. Hier begann alles, hier entdeckte sie ihre Liebe zur Musik, hier gab sie ihre ersten Mini-Konzerte in Omas Gaststätte. Für HARZZEIT sprach Dana Toschner mit ihr.

Harzzeit: Man nennt Sie gern „Schlager-Prinzessin“. Fühlen Sie sich wohl in dieser Schublade? Und: Wie bezeichnen Sie selbst Ihren Stil?
Linda Hesse: Ein Song wie „D+B+E+A“ („Du bist ein A...“) klingt ja eher nicht nach Prinzessin. Ich selbst liebe es, auf der Bühne Songs mit deutschen Texten zu singen, unmissverständlich und ganz direkt. Manche bezeichnen das als Volksmusik, andere als Schlager, und die Fachpresse bezeichnet es als „Neue deutsche Mucke“. Ich finde alles gut! Meine Fans wissen inzwischen: Wo Linda Hesse draufsteht, ist auch Linda Hesse drin!

Harzzeit: Die Produktion des ersten Albums „Punktgenaue Landung“, das 2013 erschienen ist, hat drei Jahre gedauert. Das ist ziemlich lang. Mussten Sie Ihren Stil und sich selbst erst finden?
Linda Hesse:Es dauert schon seine Zeit, sich musikalisch selber zu finden. Ich habe ja vorher Musik für Kinder gemacht, für die „Punktgenaue Landung“ musste ich also auch für mich meinen sprichwörtlichen Landeplatz finden. Aber das hat großen Spaß gemacht. Ich wollte es auch nicht anderen überlassen, herauszufinden, was mir wichtig ist!

Harzzeit: Mit „Hör auf dein Herz“ haben Sie im Spätsommer 2014 das zweite Album nachgelegt. Jetzt touren Sie damit durch Deutschland. Was unterscheidet die beiden Alben?
Linda Hesse: Das Leben ist ein ständiger Reifeprozess. So habe ich gelernt, meine Emotionen noch tiefer in die Songs einzubringen. Der Titelsong „Hör auf dein Herz“ ist dabei Programm. Und mit „Verbotene Liebe“ habe ich einen Song auf dem Album, der für mich diese magische emotionale Kraft besitzt. Das zweite Album ist auf jeden Fall die logische Fortsetzung der „Punktgenauen Landung“. Ich drehe das Geschichtenrad weiter, und die Gefühle werden größer. Linda wird eben langsam erwachsen.

Harzzeit: Sie haben für das neue Album mit dem Filmorchester Babelsberg zusammen gearbeitet. Wie war es, Songs mit einem solch großen Orchester aufzunehmen?
Linda Hesse: Es war großartig und unbeschreiblich. Die Kraft von Musik ist kaum in Worte zu fassen. Man muss das erlebt haben, inmitten eines Konzertraumes zu stehen und die Energie zu spüren, wenn 60 Musiker anfangen zusammen zu musizieren. Das ist mit nichts anderem zu vergleichen. Musik ist pures Gefühl, und Menschen können diesen Gefühlen nun mal am besten den richtigen Ausdruck verleihen. Das ist auch der Grund, warum ich meine Songs nicht mit Computern produzieren lasse und auch auf der Bühne liebend gern mit meiner Band jeden Song live und ohne Netz und doppelten Boden spiele.

Harzzeit: Nummer-Eins-Hits, Fernsehshows, die Auszeichnung mit der „Goldenen Henne“ – fühlen Sie sich auf dem Weg nach oben manchmal überrollt? Denken Sie tatsächlich hin und wieder: „Die da im Spiegel, das bin doch nicht ich.“
Linda Hesse: Da haben Sie eine schöne Zeile aus meiner aktuellen Single „Hör auf dein Herz“ zitiert. Und wissen Sie, genau das passiert mir auch öfters. Ich zitiere gern aus meinen Texten, weil meine Texte mitten aus dem Leben sind und nicht aus dem Himmel oder von den Sternen fallen. Ich selbst weiß nur, ich bin total glücklich mit dem. was ich mache. Und für mich persönlich hat sich nicht wirklich etwas verändert – außer der großartigen Möglichkeit, immer mehr Menschen meine Songs näher zu bringen und die kleinen und großen Geschichten mit ihnen zu teilen. Das genieße ich sehr! 

Harzzeit: Die Liebe ist immer wieder Thema in den Songs. Ums Kennenlernen, sich aufeinander Einlassen, Zweifeln geht es im Titel „Hör auf dein Herz“. Wie sehr bestimmt die Liebe momentan auch Ihr „echtes“ Leben?
Linda Hesse: Liebe ist allgegenwärtig. Ohne Liebe ist das Leben nicht lebenswert. Ich habe auch keinen Künstlernamen, weil die Linda Hesse auf der Bühne ist auch die Linda Hesse zu Hause bei Oma oder Mama. Und nichts ist schöner als die Liebe anderer Menschen zu erfahren, ein Lächeln, eine Umarmung, ein schöner Brief, ein liebes Wort, ein Augenzwinkern. All das bekomme ich täglich – auf der Bühne, zu Hause in meiner Heimat oder unterwegs mit meiner Band. Wir sind eine eingeschworene kleine Familie geworden und freuen uns schon ganz sehr auf die kommende zweite Tour, die am 22. Februar in München startet und uns in 14 Städte durch ganz Deutschland führen wird. Die Liebe ist immer wieder Thema in den Songs.

Harzzeit: Der Titel „Kleine Seen“ ist eine Coverversion des Purple-Schulz-Kuschelsongs. Das Lied ist 1986 erschienen, ein Jahr, bevor Sie geboren wurden. Welche Bedeutung hat es für Sie?
Linda Hesse: Ich habe den Song auf meiner ersten Tour 2013 für mich entdeckt. Wir hatten damals nur zehn eigene Songs vom Debüt-Album „Punktgenaue Landung“ und mussten uns natürlich was einfallen lassen, um die 120 Minuten Konzert zu füllen. Da bin ich auf „Kleine Seen“ gestoßen und habe mich sofort in den Song verliebt. Seitdem ist er ein fester Bestandteil meiner Konzerte und jetzt auch auf dem zweiten Album in meiner eigenen Akustik-Version verewigt.

Harzzeit: Vor Kurzem machte die Nachricht die Runde, dass Sie der Deutschen Krebshilfe einen Song geschenkt haben. Wenn man ihn bei iTunes herunterlädt, geht ein Großteil des Geldes an die Krebshilfe. Wie kam es zu diesem sozialen Engagement?
Linda Hesse: Ich habe die Deutsche Krebshilfe im September 2014 bei der ZDF-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ in Berlin kennen gelernt. Ich hatte da einen sehr emotionalen Auftritt mit meinem Song „Verbotene Liebe“. Die DKH feierte in der Sendung ihren 40. Geburtstag. Ich finde es großartig, wenn sich Menschen so aufopferungsvoll um andere kümmern. Da die Krebshilfe sich ausschließlich durch Spenden finanziert, war und ist es mir wichtig, auch da zu helfen. Das kann ich am besten mit Musik. Jeder Leser Ihres Magazins kann mit dazu beitragen: Pro Download gehen nämlich 85 Cent direkt an die Deutsche Krebshilfe – und den Song gibt’s natürlich auch dazu. Inzwischen bin ich Botschafterin der Kampagne „Mit aller Kraft“ der DKH.

Harzzeit: Sie sind Wahlberlinerin, aber im Herzen doch auch noch Halberstädterin. Kann man das so sagen?
Linda Hesse: Ich liebe meine Heimat Halberstadt. Das konnte man, glaube ich, auch sehr gut in der Dokumentation des Mitteldeutschen Rundfunks sehen, die am 27. Dezember 2014 im MDR ausgestrahlt wurde. Meine Wahlheimat ist natürlich Berlin, wo ich mich wirklich auch sehr wohl fühle.

Harzzeit: Sie geben im März ein Konzert in der alten Heimat. Wie fühlt es sich an, dort auf der Bühne zu stehen, wo die Familie lebt, wo man die Gesichter ehemaliger Lehrer oder Klassenkameraden plötzlich im Publikum entdeckt?
Linda Hesse: Dieses Konzert wird ein ganz besonderes. Mein Heimspiel – das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Und es wird so sein, wie Sie sagen. Viele Freunde, bekannte Gesichter und liebe Menschen werden mit mir und meiner Band einen unvergesslichen Abend erleben. Man erzählt viele Dinge noch persönlicher, wenn man seinen Lieben dabei in die Augen schaut. Und ich bin mir sicher, das ein oder andere Tränchen der Freude wird auch fließen.

Harzzeit:  Inzwischen dürfen Sie mit Stars wie Helene Fischer auf der Bühne stehen. Aber der Weg dorthin war ziemlich steinig. Vor fast genau zehn Jahren sind Sie aus einer Fernseh-Castingshow geflogen. Aber Sie haben hartnäckig weiter daran gearbeitet, den Traum, Sängerin zu werden, in die Tat umzusetzen. Wussten Sie immer: Das klappt schon noch?
Linda Hesse: Ich habe das damals als eine Erfahrung verstanden und nicht als eine Niederlage. Ich war 16 Jahre alt, und es war eine aufregende und spannende Zeit. Ich war ein Mädchen, das einen Traum hatte – nämlich Sängerin zu werden. Heute habe ich mir diesen Traum erfüllt. Und ich habe heute noch Freunde und Bekannte, die ich damals in der Show kennen gelernt habe. Erst vor kurzem bin ich nach genau zehn Jahren bei der Sendung „Goldenen Henne“ in Leipzig dem damaligen Moderator Kai Pflaume das erste Mal wieder begegnet. Und es war ein tolles Gefühl, sich wiederzusehen und eine kleine gemeinsame Geschichte zu haben. Ich kann rückblickend sagen: ich hatte bis jetzt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, das irgendetwas auf meinem bisherigen Lebensweg umsonst war oder ich etwas bereut habe. Alles hat seinen Sinn und bringt einen auf der Straße des Lebens ein Stück weiter.