Das intelligente MoPad

Frau K. greift  zum Telefonhörer und wählt die 112. Ihrem Mann hat vermutlich einen Schlaganfall erlitten. Kurze Zeit später ist ein Rettungswagen unterwegs. Der ist ausgestattet mit modernster Bordtechnik: mit einem zentralen Server, mit Kameras, Mikrofonen, Lautsprecher und mit modernster Funktechnik. Herzstück der Technik ist das MoPad – ein mobiles Pad. Bei der Familie angekommen, nimmt der Notarzt das mobile Pad aus der Halterung und geht damit zum Patienten. Die Erst­diagnose des Notarztes lautet Schlaganfall. Er gibt die Daten in das MoPad ein. Das schlägt ihm sofort einen medizinischen Spezialisten vor, den er zu Rate ziehen kann – per Funk oder per Video. Das MoPad sagt dem Rettungsdienst auch, in welchem Krankenhaus der Patient am besten versorgt würde. >>>

Geschichte in Bildern

Bilder füllen Ordner. Ordner füllen Schränke. Wie bei vielen anderen Sammlern ist das auch bei Axel Nucke so. Der 65-jährige Schierker sammelt Post- und Ansichtskarten. Aus Leidenschaft. Und das seit nunmehr über 40 Jahren. Allerdings nicht irgendwelche, sonder, nur jene, die die Geschichte seines Heimatortes und der unmittelbaren Umgebung bis in die 1960er Jahre zeigen. Eine Zeitreise, die den Wandel und die Veränderungen des Örtchens sichtbar macht. Wenn Nucke Besuch bekommt, drehen sich die Gespräche – natürlich – fast immer auch um Schierke. Gerne zeigt er dabei seine Postkarten, nimmt seine Gäste beim Ansehen der zum Teil schon vergilbten Bilder mit auf eine Zeitreise bis ins 19. Jahrhundert. >>>

Manager der Vielfalt

„Hoteldirektor wollte ich eigentlich nie werden“, gesteht Karl-Heinz Purucker, dem man seine Herkunft aus der heimlichen Bierhauptstadt Kulmbach anhört. Fleischer hat er gelernt, denn seine Eltern führten eine Metzgerei und ein Restaurant. Er verfügt über den Meisterbrief und qualifizierte sich zum Betriebswirt des Handwerks. Er schnupperte von der Pike auf in den Restaurantbereich hinein und war als Manager in großen Hotels und Clubs tätig. Robinson Club, Aldiana-Manager, Europa-Park, was führt jemanden mit diesen Berufsstationen ins eher beschauliche Kloster Drübeck? Karl-Heinz Purucker überlegt nicht lange. „Der Wunsch zu wurzeln, sich  langfristig zu Hause zu fühlen und unserem 13-jährigen Zwillingspärchen ein Zuhause zu geben. >>>

Herr der Sägen

Bis vor wenigen Jahren war Bernd Winter ein ganz normaler Tischler. Er hat Fenster, Haustüren, Treppen, Carports und Vordächer gebaut. Heute reist er durch die Welt, um bei internationalen Wettbewerben und Künstlertreffen Holzfiguren zu schnitzen. Sein Werkzeug ist schwer, laut und sieht aus, als könnte man damit eher Brennholz herstellen als Kunst schaffen: Er arbeitet mit der Kettensäge. Er kann sich noch an den Moment erinnern, an dem er das erste Mal selbst über das gestaunt hat, was ein Kettensägen-Schnitzer mit seinem Gerät entstehen lassen hat: „Wir waren 2002 im Urlaub an der Ostsee. In Zingst gab es eine Skulpturen-Ausstelllung. Ich war fasziniert, wie filigran man mit einer Säge arbeiten kann“, erzählt er. >>>

Filmrolle adé Festplatte juchhe

Pro Filmrolle, die er vom Verleiher bekommt, muss Andreas Becker in den Volkslichtspielen in Wernigerode so um die 17 Kilogramm wuchten. Und das jedes Mal, wenn er sie in die Hand nimmt. So schwer ist nämlich die 35mm-Kopie eines etwa eineinhalb Stunden dauernden Films. Da kommt bei mehreren Vorführungen am Tag schon einiges an Gewicht zusammen, was der 39-Jährige bewegen muss. Damit gehört der Filmvorführer zu den Menschen, die wohl eher kein zusätzliches Krafttraining brauchen. Noch. Denn auch in den Volkslichtspielen hält dieser Tage das digitale Zeitalter Einzug. >>>

Backen ohne Fertigmischung

Im Mai wurde in Ilsenburg groß gefeiert: An diesem Tag jährte sich zum 100. Mal der Jahrestag der Gründung und Eröffnung der Bäckerei von Heinrich Kelber. Das Unternehmen ist damit der älteste Backbetrieb in der Stadt, der von Anfang an durchgehend produziert. Heinrich und Marie Kelber hatten den Grundstein für die Bäckerei und Konditorei in der Mühlenstraße gelegt. Sohn Karl-Heinz übernahm dann mit seiner Frau Ilse im Oktober 1951 das Geschäft. Seit Juli 1986 führen deren Tochter Brigitte und ihr Ehemann Hans-Jürgen Pflugner die Backtradition in dem Handwerksbetrieb fort. >>>

Ich bau ne Stadt für mich

Im Mai wurde in Ilsenburg groß gefeiert: An diesem Tag jährte sich zum 100. Mal der Jahrestag der Gründung und Eröffnung der Bäckerei von Heinrich Kelber. Das Unternehmen ist damit der älteste Backbetrieb in der Stadt, der von Anfang an durchgehend produziert. Heinrich und Marie Kelber hatten den Grundstein für die Bäckerei und Konditorei in der Mühlenstraße gelegt. Sohn Karl-Heinz übernahm dann mit seiner Frau Ilse im Oktober 1951 das Geschäft. Seit Juli 1986 führen deren Tochter Brigitte und ihr Ehemann Hans-Jürgen Pflugner die Backtradition in dem Handwerksbetrieb fort. >>>

Leichtgewicht auf der Überholspur

Auf dem Betriebsgelände in Ilsenburg reihen sich die Lkws und Transporter in langen Schlangen aneinander. Sie könnten allerdings noch nicht mal einen Blumentopf transportieren, weil zwar Fahrerhaus und Rahmen vorhanden sind, aber der Aufbau fehlt. „Genau das ist uns Metier“, sagt Rainer Kramer, Geschäftsführer der Rapid Leichtbau GmbH. „Wir stellen Kofferaufbauten her und verfolgen dabei ein anderes Konzept als die Mitbewerber. Wir setzen auf Leichtigkeit. Weniger Gewicht bedeutet mehr Nutzlast.“ Hinter dem Slogan „Leichter ist keiner“ verbirgt sich eine nachvollziehbare Idee. >>>

Alles Senf

Senf ist in. Und das nicht nur seitdem es das Gericht „Kartoffeln, Senfsoße & gekochte Eier“ gibt. Der Vielfalt dieses Gewürzes, das seit einigen Jahren eine wahre Renaissance zu erleben scheint, sind keine Grenzen gesetzt. Das findet auch Simone Seiboth. Über 40 verschiedene Sorten bietet sie in ihrem Refugium Am Finkenherd 6, mitten im Fachwerkensemble der Kaiserstadt Quedlinburg an. Nur wenige Schritte hinter der Samocca-Kaffeerösterei kann der geneigte Besucher des Ladens in diese Welt eintauchen. Und auch probieren. Quer Beet sozusagen. Und: Das Repertoire ist breit gefächert. Es reicht vom Dauerbrenner Aronia, einem auf der Schwarzen Apfelbeere hergestellten, sehr fruchtigem Senf, bis hin Zimtzickensenf.
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Irgendwie anders

Matthias Ottenberg war das Ganze am Morgen doch ein bisschen unheimlich vorgekommen. Er wusste nicht so recht, was ihn erwartet. Würden die Gymnasiasten tatsächlich hochnäsig und abweisend sein? Würden Sie auf ihn herabschauen? Über ihn lachen? Er hat es in der Schule nie so weit gebracht wie sie. Mit Lernschwierigkeiten quälte er sich mühsam durch die Schulstunden.
Den Elftklässlern, die da drinnen auf ihn warten, stehen alle Wege offen. Sie könnten Wissenschaftler werden oder Bankdirektor, Ärztin oder Firmenchefin. Matthias Ottenberg selbst ist froh, dass er einen Arbeitsplatz in der Werkstatt der Quedlinburger Lebenshilfe gefunden hat und einen Platz in einer betreuten Wohngemeinschaft.
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