Überall schon Staub gewischt

Das war was ganz Erhebendes, aus dem Fenster unserer Nachbarn im zehnten Stock von Wolmirstedt aus den Brocken zu sehen“, erinnert sich Uwe Klein an seine Zeit am Rande der Börde. Kreisvorsitzender des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR war er damals, später Geschäftsführer des Kreissportbundes. Doch er und seine Frau, mit der er unterdessen 41 Jahre verheiratet ist, sind Harzer. Seine Frau kommt aus Rübeland, wo er, der in Hasselfelde aufwuchs, sie auch kennen lernte. So gab es vor 23 Jahren eine Heimkehr der Kleins nach Wernigerode. Er hatte sich erfolgreich als Chef der „Schierker Baude“ beworben ...  >>>

Vogel ist nicht gleich Vogel

Um die Falknerei ranken sich Legenden und Geschichten wie wohl um keine andere Jagdform. Vielleicht noch um den Walfang des  19. Jahrhunderts, der ebenfalls von Mythen und Sagen umwoben ist. Die Falknerei aber kennen die meisten nur von Fernsehbildern, die uns aus Dubai oder anderen elitären Orten erreichen, wo sich Scheichs mit Beizvögeln der edelsten und wohl auch teuersten Rassen zeigen. „Die moderne Falknerei ist viel, viel mehr“, sagt Rudi Lagatz. Und der Mann, der nicht nur in Wernigerode als Falkner bekannt ist wie ein bunter Hund, muss es wirklich wissen. Ich habe ihn besucht ...  >>>

Der „Hallimasch“

Untergekommen sind ihm im Laufe der Jahrzehnte wohl schon alle Pilze, die es im Harzer Raum gibt. Manfred Schult gerät beim Anblick fast aller Pilze, genießbar oder nicht, ins Schwärmen. Viele, die ihm ihre Ausbeute zum Begutachten vorlegen, nimmt der 69-Jährige mit auf eine Reise in die fantastische Welt der Mykologie, der Wissenschaft von den Pilzen. Jeder sammelt sie, in diesem Jahr aber ganz besonders. Wohl kaum ein Waldweg, der die letzten Monate nicht nur am Wochenende von Pilzsammlern zugeparkt war. Denn in diesem Jahr ist es wie verrückt: Es gibt, Pilze, Pilze, Pilze. Und nochmals Pilze. Bilder von Körben, ja ganzen Plastikwannen voller Steinpilze, die wie Trophäen herumgezeigt werden, machen die Runde. „Es ist ein außergewöhnliches Pilzjahr“, bestätigt Manfred Schult ...  >>>

Spielemagazin der Superlative für den Harz

So ein Spielhaus, das brauchen wir in Halberstadt auch“, hat sich Beate Grebe, die Geschäftsführerin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft HaWoGe, gedacht, als sie vor ein paar Jahren mit ihrem Neffen in Sachen Indoor-Spielspaß unterwegs war. Jetzt ist aus der Idee Realität geworden: Am 21. Oktober öffnet das HaWoGe Spiele-Magazin. Es ist nicht nur der erste Indoor-Spielplatz der Stadt, sondern einer, der in Deutschland einzigartig ist ...  >>>

Ein Tagwerk, das bleibt

Das riecht hier wie in meiner Kindheit.“ Der ältere Herr aus Bremen erzählt von seinem Heimatdorf und der Schmiede, die es damals dort gab. Seine Augen leuchten ob der Werkzeuge, die er hier vorfindet. Der ihm vertraute Geruch kommt von den offenen Feuerstellen, in denen die Flammen über der Steinkohle lodern. Wenn die Tür zur Werkstatt in der „Krellschen Schmiede“ mitten im Wernigeröder Stadtzentrum auf steht, lassen die Neugierigen nicht lange auf sich warten. Schnell wird ihnen klar: Das hierist kein Museum. Im Meisterbetrieb von Wolf-Dieter Wittig werden Artikel für Hof, Haus und Garten geschmiedet ...  >>>

Herr der Lüfte

Seit 27 Jahren schon betreibt Knut Jäger in Bad Harzburg die Harzer Gleitschirmschule. Damit hatte der heute 58-Jährige seine Passion zum Beruf gemacht. Jäger, der von 1974 bis 1994 als Kriminalkommissar bei der Kripo Niedersachsens arbeitete, schlug damit einen völlig anderen Weg ein, als den vermeintlich sicheren eines Beamten. Und ist damit seither rundherum zufrieden. „Reingeschnuppert in diese ganze Materie habe ich schon 1973. Damals verfolgte ich am Fernsehbildschirm, wie der Hawaiianer Mike Harker mit einem Drachen auf der Zugspitze startete“, kommentierte Jäger sein ganz persönliches Schlüsselerlebnis ...  >>>

Eine Göttin für mich

Tagtäglich ist André Fleischhauer mit seiner Göttin zusammen, und er erfährt sie im wahrsten Sinne des Wortes. Die Schöne heißt La Déesse, mit Nachnamen DS und wurde 1970 von Citroën in Frankreich gebaut. In Düsseldorf ließ Fleischhauer sie zu neuem Leben erwecken. Wenn der 1,92-Meter-Mann sich in dem Auto, und davon ist hier die Rede, vom Huy aus über das Harzvorland nach Wernigerode auf den Weg ins Büro macht, dann zieht er die Blicke der Leute auf sich. So mancher bleibt stehen, schaut dem Farbtupfer in der Blechlandschaft auf unseren Straßen hinterher. Auch, wenn die Göttin geparkt wird, hat sie ihre Zuschauer. ...  >>>

Wer rettet Tante Emma

Seit 1998 steht Wolfgang Baake hinter der Ladentheke im Lebensmittelgeschäft in der Nöschenröder Straße in Wernigerode. All die kleinen Dinge des täglichen Bedarfs, die man so braucht, kann man hier einkaufen. Anfang nächsten Jahres will der dann 64-Jäh- rige in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Findet er bis dahin keinen Nachfolger, steht der kleine „Tante-Emma-Laden" wohl vor dem Aus. Ein Verlust für diese Gegend, finden auch die Stammkunden. „Zwei interessierte Frauen haben schon mal nachgefragt", sagt Baake, der dabei weiter Regale einräumt und den Kaffee auspreist. „Gemeldet haben sie sich aber danach nicht mehr". Vielleicht lag's auch ein bisschen an der Baustelle, die abgeschreckt hatte, und die Baake seit Monaten etwa 40 Prozent des Umsatzes kostet. >>>

Windmühle sucht Liebhaber

Solch ein Objekt haben Immobilienmakler nicht alle Tage anzubieten: Die Bockwindmühle im Halberstädter Ortsteil Sargstedt steht zum Verkauf. Der Hügel am Dorfrand ist ein romantisches Fleckchen Erde, aber die Mühle hat ihre besten Zeiten lange hinter sich. Nun sucht sie einen Retter.
Wollen Sie's erstmal auf sich wirken lassen?", fragt Doreen Schattenberg. Die Immobilienmaklerin steht unter den alten Bäumen im Mühlengarten und schaut auf das Objekt, das sie an den Mann bringen muss, bevor der Zahn der Zeit noch weiter daran nagt. Die Ströbeckerin ist seit längerer Zeit schon Herrin über die Schlüssel zur Sargstedter Mühle. Sie soll im Auftrag der Eigentümer einen Käufer finden. >>>

Der ganz eigene „Urstoff“

Der Wernigeröder Steffen Schramm weiß, was passiert, bevor das Bier in die Flasche kommt. Der Diplom-Braumeister zeigt das gern auch anderen: Mit zwei Kollegen hat er das „Brauteam" gegründet. Die drei Männer kommen im September mit ihrer mobilen Brauerei nach Quedlinburg, um Neugierige in die Kunst des Bierbrauens einzuweihen.
Im Keller von Steffen Schramm ste- hen ein paar Fässer Selbstgebrautes. „Urstoff hell" und „Urstoff dunkel" sorgen für ausreichend Nachschub bei Grillpartys und Fußballabenden. Der Wernigeröder ist nicht nur Bierkenner, sondern auch diplomierter Braumeister. Nach einer Ausbildung bei Hasseröder hängte er noch ein Studium an der TU Berlin an – dort ist Brauwesen ein Studienfach. „Die meisten sind verwundert, dass Bierbrauen eine richtige Wissenschaft ist", erzählt Steffen Schramm, der um seinen Beruf sicherlich von vielen Männern beneidet wird. >>>