Vom Schattenstab zur Funkuhr

Eigentlich sollte die Ausstellung nur ein Vierteljahr gezeigt werden. So war der ursprüngliche Plan. „1997 hatten wir hier zunächst zahlreiche, darunter auch viele geborgte, Exponate zusammengetragen. Die Einnahmen der Ausstellung sollten damals dem Erhalt des Hüttenmuseums in Thale dienen. Da die Nachfrage, vor allem durch andere Museen in der ganzen Region, zu unserer Überraschung sehr groß war, gingen wir mit unseren Exponaten einfach auf Reisen. Und das gleich mehrfach“, erinnert sich Rüdiger Fischer. Die Wanderausstellung wurde in den Schlössern Quedlinburgs und Blankenburgs gezeigt, sie lockte in Ballenstedt, Wernigerode, Aschersleben und Halberstadt zahlreiche Besucher in dortige Museen.  ...  >>>

Große Idee aus kleiner Firma

Aus alt mach neu. Dieser Aufgabe hat sich die Firma HLW-LSA GmbH aus Thale verschrieben. Hinter dem so einfach klingenden Satz verbirgt sich ein kompliziertes und innovatives Verfahren zur Aufarbeitung von Kunststoff-Restwertstoffen. Noch steckt das Thalenser Unternehmen in den Kinderschuhen, aber das weltweit einmalige umweltschonende Verfahren klingt nach einer zukunftsfähigen Idee. „Die ersten Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind begeistert“, sagt der Geschäftsführer Jörg Beckmann.  ...  >>>

„Ich fliege wie eine Hummel“

Eigentlich könnte Roland Steinke längst im Ruhestand sein, aber der 71-Jährige kann und will nicht von der Arbeit lassen. „Wenn meine Kinder mich rufen, bin ich da“, sagt er, während er sich – ausnahmsweise – auf den Schreibtischstuhl seines Sohnes Tobias setzt. Dem ergonomischen Chefsessel, der die Lendenwirbelsäule stützt, sieht man an, dass das Unternehmen keine Schrauben verkauft. „Ein tolles Ding“, freut sich Roland Steinke und führt vor, dass man auf diesem Stuhl zur Entlastung der Muskulatur sogar mit der Rücklehne nach vorn sitzen und auf der Computer-Tatstatur tippen kann. Einen solchen Stuhl hatte er freilich nicht, als er vor 30 Jahren sein Unternehmen gründete. Ganz klein hat er 1984 angefangen, als Ein-Mann-Firma im Keller ...  >>>

Der erste Bergwerks-Express

Eisenbahn-Enthusiasten aus ganz Deutschland dampften mit dem Zug nicht nur durchs Gebirge, sondern wanderten und besuchten Bergwerke entlang der Strecke. Dort standen dann Führungen in die Stollen auf dem Programm. „Großartig!“ So lautete denn auch das einhellige Fazit der Dampflok-Fangemeinde. Und: „Fortsetzung ausdrücklich erwünscht.“ In unmittelbarer Nähe zum Streckennetz der HSB liegen einige interessante Bergwerksmuseen. Erstmals bestand jetzt die Möglichkeit, zwei dieser untertägigen Zeitzeugen jahrhundertealter Harzer Bergbautradition bequem mit einem Sonderzug zu erreichen und natürlich auch zu besichtigen ...  >>>

Lieber Hirtin als Herrin

Ursula Meckel hat sich mit ihrem Pfarrer überworfen und die Schule sich mit ihr. Da war sie ein Teenie. „Ich ging in eine Erweiterte Oberschule mit Mathe-Schwerpunkt. Wir 24 Schülerinnen und Schüler hatten ein scharfes Auswahlverfahren hinter uns. Wir wurden von Lobeshymnen begleitet, waren die ,Elite’ und glaubten das auch. Den Stoff von vier Jahren sollten wir in zweien kapieren, was durchaus klappte.“ Mit 16 Jahren hieß das Thema eines Hausaufsatzes: „Das ist Sozialismus“. Sie schrieb ihn. „In dem Alter ist die Welt schwarz-weiß, ich war polemisch, auch böswillig und hatte meine Meinung.“ Das Mädchen durfte nach einem Gespräch mit diversen Herren ihre Schulsachen packen ...  >>>

Kleine Bahn ganz groß

Nicht nur auf der großen clubeigenen TT-Anlage der Gastgeber werden Modellbahnloks ihre Runden drehen. Auch zahlreiche befreundete Modellbahnvereine des ganzen Landkreises stellen sich und ihre Anlagen vor. Ein Rahmenprogramm rundet das Ganze ab. Der Modellbahnclub Blankenburg (MCB) ist gleich mit mehreren Bahnen vertreten. „Natürlich präsentieren wir unsere Rübelandbahn, die wir ständig erweitern. Einige letzte Modelle, wie beispielsweise das Umspannwerk, sind gerade noch rechtzeitig zur Ausstellung fertig geworden“, freut sich Vereinschef Wolfgang Kießling. Bisher ist der Streckenabschnitt von Michaelstein bis Ausgang Hüttenrode im Modell nachgestellt worden ...  >>>

Sushi und Schweinebraten

„Mein Deutsch ist noch nicht perfekt“, sagt Rieko Sakai entschuldigend. Dabei kann sich die 32-jährige Japanerin schon richtig gut verständigen, wenn man bedenkt, dass sie erst seit einem Jahr in Deutschland lebt. „Ich habe an der Volkshochschule einen Deutschkurs gemacht und lerne jeden Tag ein paar neue Wörter. Von der Kursteilnehmerin ist sie inzwischen zur Lehrerin geworden. Rieko Sakei unterricht an der Hochschule Harz Business-Englisch und gibt an der Volkshochschule Kurse in Japanischer Küche, erklärt, wie man Sushi zubereitet, wie man Mangas zeichnet oder Origami-Kunstwerke faltet. Auch einen Sprachkurs „Japanisch für Anfänger“ bietet die Neu-Darlingeröderin an ...  >>>

Überall schon Staub gewischt

Das war was ganz Erhebendes, aus dem Fenster unserer Nachbarn im zehnten Stock von Wolmirstedt aus den Brocken zu sehen“, erinnert sich Uwe Klein an seine Zeit am Rande der Börde. Kreisvorsitzender des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR war er damals, später Geschäftsführer des Kreissportbundes. Doch er und seine Frau, mit der er unterdessen 41 Jahre verheiratet ist, sind Harzer. Seine Frau kommt aus Rübeland, wo er, der in Hasselfelde aufwuchs, sie auch kennen lernte. So gab es vor 23 Jahren eine Heimkehr der Kleins nach Wernigerode. Er hatte sich erfolgreich als Chef der „Schierker Baude“ beworben ...  >>>

Vogel ist nicht gleich Vogel

Um die Falknerei ranken sich Legenden und Geschichten wie wohl um keine andere Jagdform. Vielleicht noch um den Walfang des  19. Jahrhunderts, der ebenfalls von Mythen und Sagen umwoben ist. Die Falknerei aber kennen die meisten nur von Fernsehbildern, die uns aus Dubai oder anderen elitären Orten erreichen, wo sich Scheichs mit Beizvögeln der edelsten und wohl auch teuersten Rassen zeigen. „Die moderne Falknerei ist viel, viel mehr“, sagt Rudi Lagatz. Und der Mann, der nicht nur in Wernigerode als Falkner bekannt ist wie ein bunter Hund, muss es wirklich wissen. Ich habe ihn besucht ...  >>>

Der „Hallimasch“

Untergekommen sind ihm im Laufe der Jahrzehnte wohl schon alle Pilze, die es im Harzer Raum gibt. Manfred Schult gerät beim Anblick fast aller Pilze, genießbar oder nicht, ins Schwärmen. Viele, die ihm ihre Ausbeute zum Begutachten vorlegen, nimmt der 69-Jährige mit auf eine Reise in die fantastische Welt der Mykologie, der Wissenschaft von den Pilzen. Jeder sammelt sie, in diesem Jahr aber ganz besonders. Wohl kaum ein Waldweg, der die letzten Monate nicht nur am Wochenende von Pilzsammlern zugeparkt war. Denn in diesem Jahr ist es wie verrückt: Es gibt, Pilze, Pilze, Pilze. Und nochmals Pilze. Bilder von Körben, ja ganzen Plastikwannen voller Steinpilze, die wie Trophäen herumgezeigt werden, machen die Runde. „Es ist ein außergewöhnliches Pilzjahr“, bestätigt Manfred Schult ...  >>>