Nur ein Augenblick

Bei einem Motorradunfall vor sieben Jahren verliert die Blankenburgerin Birgit Kumpf ihr linkes Bein. Seitdem ist nichts mehr wie es war. Das Leben immer wieder als Herausforderung zu betrachten, ist für sie nicht leicht.

Manchmal verändert ein einziger Moment alles: Ein sonniger Tag im September. Das Blau des Himmels hat diese besondere Tiefe, die ersten Blätter leuchten schon in den Farben des Herbstes. Birgit Kumpf und ihr Mann Mario genießen die Motorradtour. Dann geht alles ganz schnell. In einer Kurve schneidet ein entgegenkommender Motorradfahrer die Spur. Das Blankenburger Paar bremst. Als Birgit Kumpf absteigen will, folgt der Schock. Ihr Unterschenkel ist abgetrennt.

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Nur noch kurz die Welt retten

Endlich nicht mehr nach Mutters und Vaters Pfeife tanzen müssen. Das genießt man mit 18. Doch wie geht’s weiter? Welcher Job wird ein Leben lang Spaß machen? Mit der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium tun sich viele Jugendliche schwer. Das Freiwillige Ökologische Jahr verschafft eine Verschnaufpause und kann neue Perspektiven eröffnen.

Hans-Christian Fabian war 19, als er nicht mehr weiter wusste. Der Blankenburger hatte sich nach dem Abschluss auf dem Fachgymnasium an der Technischen Universität Freiberg für Angewandte Werkstoffwissenschaften und Werkstofftechnologie eingeschrieben. Zuerst hielt er das für eine gute Idee, doch nach zwei Semestern fühlte er sich überfordert. Der Druck, die anstehenden Prüfungen – er hielt dem nicht Stand. „Ich merkte plötzlich: Das ist nicht mein Ding“, sagt er. Hans-Christian Fabian brach das Studium ab, aber die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. „Natürlich war das deprimierend. Es hat alles umgeworfen. Plötzlich stand ich völlig ohne Plan da.“

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Eine Frage der Ehre

Damit er seine krebskranke Frau nach der Entlassung aus dem Krankenhaus umsorgen kann, haben Steffen Sünders Kollegen aus dem Autohaus Schmidt & Söhne ihre Urlaubstage gespendet. Die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl machten ihn sprachlos. 74 Tage darf er sich nun zu Hause um seine Frau Doreen kümmern. Auch die HARZZEIT-Macher verneigen sich und sagen Danke – Doreen Sünder ist unsere Redaktionsassistentin.

Doreen und Steffen Sünder haben eine harte Zeit hinter sich. Monate, in denen viele Tränen flossen und sie ans Ende ihrer Kräfte gelangten. Im Sommer des vergangenen Jahres bekam die 32-Jährige Blankenburgerin die Diagnose Leukämie. Schnell stand fest, dass sie die Krankheit nur durch eine Stammzellen-Transplantation überleben würde.

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Ein Tränchen wird fließen

Linda Hesse kommt mit ihrer Band am 4. März ins Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt. Das Konzert ist eines von 14 Shows ihrer aktuellen „Hör auf dein Herz“-Tour, die sie durch ganz Deutschland führt.

Für die 27-Jährige ist der Tour-Stop in der Heimat eine Herzensangelegenheit. Hier begann alles, hier entdeckte sie ihre Liebe zur Musik, hier gab sie ihre ersten Mini-Konzerte in Omas Gaststätte. Für HARZZEIT sprach Dana Toschner mit ihr.

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Ehrenamt auf der Kanzel

Waltraud Ulbrich (56) will nicht warten, bis die Balken ihr überm Kopf zusammenbrechen und engagiert sich ehrenamtlich in der evangelischen Kirche.

Wer mich damals im Kindergottesdienst in seiner Gruppe hatte, der bekam von mir gleich eine satte Salve an Fragen ab.“ Heute ist Waltraud Ulbrich selbst Prädikantin, „am 1. April 2012 von Bischöfin Ilse Junkermann im Magdeburg ordiniert“, erzählt die 56-Jährige nicht ohne Stolz.

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Alles ist erlaubt

Literatur macht glücklich. Oder kann – im besten Falle – glücklich machen. So zumindest sieht das die Organisatorin des „Literarischen Nachtcafés“ in Quedlinburg.

Gerlinde Schöpp, die Geschäftsführerin der Kreisvolkshochschule Harz, steckt trotz der Papierberge auf ihrem Schreibtisch gern Arbeit in die von ihr ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe. Für 2015 sucht sie Autoren und lesebegeisterte Mitstreiter.

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Eine glückliche Fügung

„Es war Heiligabend in diesem Jahr der Wunder.“ Mit diesen Worten beginnt Detlef Wilck, wenn er sein ganz persönliches Weihnachtsmärchen erzählt. Am 24. Dezember 1989, vor genau 25 Jahren, fuhr der Niedersachse mit seinem Sohn in die DDR.

Auf einem Parkplatz bei Halberstadt stieß er nicht nur auf selbst gebackenen Zuckerkuchen, sondern fand Freunde fürs Leben.

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Am Ende des Tunnels

Eine Initiativgruppe der Halberstädter Liebfrauengemeinde will ins Dunkel der Nacht Licht senden und praktiziert gelebte Willkommenskultur. Am Bahnhof nehmen die Ehrenamtlichen Asylbewerber in Empfang.

Der Wind pfeift eisig, das kalte Licht auf den Bahnsteigen verströmt kaum Willkommenswärme. Menschen eilen dem heimischen Abend entgegen. Die Aussteigenden werden von Angehörigen empfangen oder fingern ihre Autoschlüssel heraus. Mit billigen Taschen und oft exotisch wirkender Kleidung, manchmal Kinder an der Hand, bleiben unsicher um sich blickende Menschen zurück, folgen dem Schwarm durch den Bahnhofstunnel. Niemand erwartet sie, keiner sagt ihnen, wie es an diesem Abend weitergeht, an den Rand der Stadt, wo sie ein Bett und eine Mahlzeit erwartet. Dort, wo sie eine Behörde hinverteilt hat. 

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Zartes Kraftpaket

Wenn sich die deutsche Supermoto-Elite auf dem Harz-Ring in Reinstedt alljährlich die Ehre gibt, dann bedeutet das für Doreen Respondek an den Renntagen immer Doppelschichten. Zu den Läufen zur Internationalen Deutschen Meisterschaft pendelt sie zwischen Rennstrecke und ihrer Arbeitsstelle, dem gleich vis-á-vis angrenzenden Hotel Harzring immer hin und her. Die 34-Jährige fährt hier nämlich nicht nur Rennen, sie ist mit Herzblut auch Hotelchefin.  ...  >>>

Wo Kaffeefilter DNA isolieren

Die DNA einer Banane zu isolieren, ist eigentlich ganz einfach. Man braucht eine gemixte Banane etwas Spülmittel, Wasser, einen Kaffeefilter, eine Prise Salz und ein paar Tropfen Alkohol – und schon ist die DNA isoliert. Auch wenn das dann doch etwas sehr volkstümlich klingt – die Schüler haben sichtlich Spaß an diesem Experiment im Grünen Labor von Gatersleben. Die Bilanz der Arbeit des 2006 entstandenen Schülerlabors für Biologie beeindruckt. Im Startjahr nutzten das Angebot 550 Kinder, 2010 waren es 3 294, 2012 bereits 4 399 Schüler, die das bestens ausgestattete Labor auf dem Gelände des heutigen Biotech-Zentrums in Gatersleben besuchten. Tendenz steigend. So sehr sogar, dass für 2015 fast alle Termine ausgebucht sind.  ...  >>>