Am Ende des Tunnels

Eine Initiativgruppe der Halberstädter Liebfrauengemeinde will ins Dunkel der Nacht Licht senden und praktiziert gelebte Willkommenskultur. Am Bahnhof nehmen die Ehrenamtlichen Asylbewerber in Empfang.

Der Wind pfeift eisig, das kalte Licht auf den Bahnsteigen verströmt kaum Willkommenswärme. Menschen eilen dem heimischen Abend entgegen. Die Aussteigenden werden von Angehörigen empfangen oder fingern ihre Autoschlüssel heraus. Mit billigen Taschen und oft exotisch wirkender Kleidung, manchmal Kinder an der Hand, bleiben unsicher um sich blickende Menschen zurück, folgen dem Schwarm durch den Bahnhofstunnel. Niemand erwartet sie, keiner sagt ihnen, wie es an diesem Abend weitergeht, an den Rand der Stadt, wo sie ein Bett und eine Mahlzeit erwartet. Dort, wo sie eine Behörde hinverteilt hat. 

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Zartes Kraftpaket

Wenn sich die deutsche Supermoto-Elite auf dem Harz-Ring in Reinstedt alljährlich die Ehre gibt, dann bedeutet das für Doreen Respondek an den Renntagen immer Doppelschichten. Zu den Läufen zur Internationalen Deutschen Meisterschaft pendelt sie zwischen Rennstrecke und ihrer Arbeitsstelle, dem gleich vis-á-vis angrenzenden Hotel Harzring immer hin und her. Die 34-Jährige fährt hier nämlich nicht nur Rennen, sie ist mit Herzblut auch Hotelchefin.  ...  >>>

Wo Kaffeefilter DNA isolieren

Die DNA einer Banane zu isolieren, ist eigentlich ganz einfach. Man braucht eine gemixte Banane etwas Spülmittel, Wasser, einen Kaffeefilter, eine Prise Salz und ein paar Tropfen Alkohol – und schon ist die DNA isoliert. Auch wenn das dann doch etwas sehr volkstümlich klingt – die Schüler haben sichtlich Spaß an diesem Experiment im Grünen Labor von Gatersleben. Die Bilanz der Arbeit des 2006 entstandenen Schülerlabors für Biologie beeindruckt. Im Startjahr nutzten das Angebot 550 Kinder, 2010 waren es 3 294, 2012 bereits 4 399 Schüler, die das bestens ausgestattete Labor auf dem Gelände des heutigen Biotech-Zentrums in Gatersleben besuchten. Tendenz steigend. So sehr sogar, dass für 2015 fast alle Termine ausgebucht sind.  ...  >>>

Vom Schattenstab zur Funkuhr

Eigentlich sollte die Ausstellung nur ein Vierteljahr gezeigt werden. So war der ursprüngliche Plan. „1997 hatten wir hier zunächst zahlreiche, darunter auch viele geborgte, Exponate zusammengetragen. Die Einnahmen der Ausstellung sollten damals dem Erhalt des Hüttenmuseums in Thale dienen. Da die Nachfrage, vor allem durch andere Museen in der ganzen Region, zu unserer Überraschung sehr groß war, gingen wir mit unseren Exponaten einfach auf Reisen. Und das gleich mehrfach“, erinnert sich Rüdiger Fischer. Die Wanderausstellung wurde in den Schlössern Quedlinburgs und Blankenburgs gezeigt, sie lockte in Ballenstedt, Wernigerode, Aschersleben und Halberstadt zahlreiche Besucher in dortige Museen.  ...  >>>

Große Idee aus kleiner Firma

Aus alt mach neu. Dieser Aufgabe hat sich die Firma HLW-LSA GmbH aus Thale verschrieben. Hinter dem so einfach klingenden Satz verbirgt sich ein kompliziertes und innovatives Verfahren zur Aufarbeitung von Kunststoff-Restwertstoffen. Noch steckt das Thalenser Unternehmen in den Kinderschuhen, aber das weltweit einmalige umweltschonende Verfahren klingt nach einer zukunftsfähigen Idee. „Die ersten Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind begeistert“, sagt der Geschäftsführer Jörg Beckmann.  ...  >>>

„Ich fliege wie eine Hummel“

Eigentlich könnte Roland Steinke längst im Ruhestand sein, aber der 71-Jährige kann und will nicht von der Arbeit lassen. „Wenn meine Kinder mich rufen, bin ich da“, sagt er, während er sich – ausnahmsweise – auf den Schreibtischstuhl seines Sohnes Tobias setzt. Dem ergonomischen Chefsessel, der die Lendenwirbelsäule stützt, sieht man an, dass das Unternehmen keine Schrauben verkauft. „Ein tolles Ding“, freut sich Roland Steinke und führt vor, dass man auf diesem Stuhl zur Entlastung der Muskulatur sogar mit der Rücklehne nach vorn sitzen und auf der Computer-Tatstatur tippen kann. Einen solchen Stuhl hatte er freilich nicht, als er vor 30 Jahren sein Unternehmen gründete. Ganz klein hat er 1984 angefangen, als Ein-Mann-Firma im Keller ...  >>>

Der erste Bergwerks-Express

Eisenbahn-Enthusiasten aus ganz Deutschland dampften mit dem Zug nicht nur durchs Gebirge, sondern wanderten und besuchten Bergwerke entlang der Strecke. Dort standen dann Führungen in die Stollen auf dem Programm. „Großartig!“ So lautete denn auch das einhellige Fazit der Dampflok-Fangemeinde. Und: „Fortsetzung ausdrücklich erwünscht.“ In unmittelbarer Nähe zum Streckennetz der HSB liegen einige interessante Bergwerksmuseen. Erstmals bestand jetzt die Möglichkeit, zwei dieser untertägigen Zeitzeugen jahrhundertealter Harzer Bergbautradition bequem mit einem Sonderzug zu erreichen und natürlich auch zu besichtigen ...  >>>

Lieber Hirtin als Herrin

Ursula Meckel hat sich mit ihrem Pfarrer überworfen und die Schule sich mit ihr. Da war sie ein Teenie. „Ich ging in eine Erweiterte Oberschule mit Mathe-Schwerpunkt. Wir 24 Schülerinnen und Schüler hatten ein scharfes Auswahlverfahren hinter uns. Wir wurden von Lobeshymnen begleitet, waren die ,Elite’ und glaubten das auch. Den Stoff von vier Jahren sollten wir in zweien kapieren, was durchaus klappte.“ Mit 16 Jahren hieß das Thema eines Hausaufsatzes: „Das ist Sozialismus“. Sie schrieb ihn. „In dem Alter ist die Welt schwarz-weiß, ich war polemisch, auch böswillig und hatte meine Meinung.“ Das Mädchen durfte nach einem Gespräch mit diversen Herren ihre Schulsachen packen ...  >>>

Kleine Bahn ganz groß

Nicht nur auf der großen clubeigenen TT-Anlage der Gastgeber werden Modellbahnloks ihre Runden drehen. Auch zahlreiche befreundete Modellbahnvereine des ganzen Landkreises stellen sich und ihre Anlagen vor. Ein Rahmenprogramm rundet das Ganze ab. Der Modellbahnclub Blankenburg (MCB) ist gleich mit mehreren Bahnen vertreten. „Natürlich präsentieren wir unsere Rübelandbahn, die wir ständig erweitern. Einige letzte Modelle, wie beispielsweise das Umspannwerk, sind gerade noch rechtzeitig zur Ausstellung fertig geworden“, freut sich Vereinschef Wolfgang Kießling. Bisher ist der Streckenabschnitt von Michaelstein bis Ausgang Hüttenrode im Modell nachgestellt worden ...  >>>

Sushi und Schweinebraten

„Mein Deutsch ist noch nicht perfekt“, sagt Rieko Sakai entschuldigend. Dabei kann sich die 32-jährige Japanerin schon richtig gut verständigen, wenn man bedenkt, dass sie erst seit einem Jahr in Deutschland lebt. „Ich habe an der Volkshochschule einen Deutschkurs gemacht und lerne jeden Tag ein paar neue Wörter. Von der Kursteilnehmerin ist sie inzwischen zur Lehrerin geworden. Rieko Sakei unterricht an der Hochschule Harz Business-Englisch und gibt an der Volkshochschule Kurse in Japanischer Küche, erklärt, wie man Sushi zubereitet, wie man Mangas zeichnet oder Origami-Kunstwerke faltet. Auch einen Sprachkurs „Japanisch für Anfänger“ bietet die Neu-Darlingeröderin an ...  >>>