„Dann war alles dunkel“

Sie wollten einfach nur eine glückliche kleine Familie sein: Jana Köcher und ihr Mann Stephan freuten sich auf ihr zweites Kind, als die Schwangere einen septischen Schock erlitt. Die Blutvergiftung riss die junge Frau aus dem Leben – schwere Stunden und Wochen folgten. Diese Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, aber den beiden auch gezeigt, dass es die Liebe ist, die am Leben erhält.

Im Februar 2011 war Jana Köcher im sechsten Monat schwanger. Ihre Tochter Lina war damals bereits zweieinhalb Jahre alt und freute sich auf ein Geschwisterchen. Jana erwartete einen kleinen Jungen – ihr Familienglück schien perfekt. Doch dann kam alles ganz anders: Die junge Frau fing sich eine scheinbar harmlose Mandelentzündung ein. Eigentlich kein großes Drama, denn es gibt Antibiotika, die für Schwangere geeignet sind. Das Penicillin-Medikament würde ihrem Baby sicher nicht schaden, erklärten die Ärzte.

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Der Letzte seiner Zunft

Wer von Dardesheim nach Badersleben fährt, der sieht es schon von weitem:
Die Bockwindmühle ist oben ohne. Also ohne Flügel jedenfalls. Die wurden im Herbst letzten Jahres aus Sicherheitsgründen abmontiert. Ein Sturm hatte ihnen zugesetzt. Sie müssen erneuert werden. Ein Fall für Axel Brüggemann.

Mühlen bauen oder reparieren. Hmm. Keine so einfache Sache. Nun ja, vielen Handwerkern dürfte das wohl nicht gerade liegen. Wie auch. Mühlenbau ist seit Jahrzehnten kein Ausbildungsberuf mehr. Zwar haben sich hier und da Zimmerer über die Jahre auch dieser Sparte genähert, das grundlegende Fachwissen, die Feinheiten eben, fehlt den meisten aber doch. Ihm hingegen nicht. Die Rede ist von Axel Brüggemann. Er führt das Unternehmen seiner Familie, die seit 1870 Mühlen baut, in vierter Generation fort.

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Kämpferischer Robin Hood

Spektakuläre Kämpfe, Feuer, Effekte und natürlich Gesang, Tanz und beste Unterhaltung. Das alles findet man im Musical „Robin Hood”, das das Theater „Fairytale“ ab 10. Juli im Harzer Bergtheater Thale auf die Bühne bringt. HARZZEIT sprach mit dem Regisseur Ronny Große.

Harzzeit: Nach „Dracula – das Grusical“ inszenieren Sie nun im Bergtheater Thale mittlerweile eine zweite Musical-Produk-tion. Was macht das Genre so besonders? Ronny Große: Ich denke, dass das moderne Musical beliebter ist denn je. Hier sind ja auch drei Sparten vereint: das Schauspiel, der Tanz und der Gesang.

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Wenn die Bühne ruft ...

Schauspielern, Regie führen oder als Comedian auftreten – wenn Lisa Ulbrich, Paula Schlager und Alexander Meinke über ihre Hobbys berichten, ist die Verwunderung meist groß. Ihr Talent können sie und andere Jugendliche auf der Bühne des Nordharzer Städtebundtheaters in Halberstadt unter Beweis stellen.

Der Puls ist hoch, die Blicke sind verlegen – so fühlt sich die erste große Liebe an. Die Bilder, die auf der Leinwand in der Alten Kantine im Nordharzer Städtebundtheater zu sehen sind, flimmern mindestens so heftig wie die Herzen der Hauptdarsteller. „In ‚Das Leben ist kein Drehbuch 2’ erzählen wir die Geschichte von drei Freundinnen, es geht um Liebe, Freundschaft und Intrigen.

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Die Wurst aus dem Wald

Was den Bayern ihre Weißwurst und den Thüringern ihre Rostbratwurst ist, das sollen den Harzern bald die „Fichteln“ sein. Zumindest wenn es nach Torsten Höher geht. Der Quedlinburger ist überzeugt: Der Harz braucht seine eigene Wurst. Vor vier Jahren hat er die „Fichteln“ gemeinsam mit einem Fleischermeister entwickelt, nun müssen die Würstchen nur noch berühmt werden.

Torsten Höher ist ein Tausendsassa: Maurer, Sozialpädagoge, Musiker, Stadtführer und nun auch noch Erfinder der „Harzer Fichteln”. In Quedlinburg sind die Würstchen schon in aller Munde, aber den ganzen Harz haben sie noch nicht erobert. Torsten Höher und seine Frau, die Bildhauerin Juliane Jüttner, arbeiten daran.

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Keine verstaubten Noten

Das Stadtorchester Dardesheim setzt auf Nachwuchsgewinnung und immer wieder neue Titel im Programm. Am 20. Juni musizieren die Bläser in großer Besetzung beim „Tag der Musik“ auf dem Kirchplatz der Stadt.

„Wir wollen nicht nur in der eigenen Suppe rumrühren“, meint Veit Rabe, der Mann an der 2. Trompete, der dem Verein des Stadtorchesters Dardesheim vorsteht. „Man muss immer mal wieder was Neues ausprobieren, sonst wird es langweilig.“ Das Kirchturmblasen zum 4. Advent, jährlich Kaffeekonzerte an zwei Tagen im „Landgasthof zum Adler“ – diesmal soll es anders werden. Es wird ein großes Sommer-Open-Air geben; ein Freiluft-Konzert am Abend, „bei hoffentlich gutem Wetter, Bier oder Wein“.

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AndersWelt ist überall!

AndersWelt ist überall. In Märchen, Mythen und Sagen existiert sie, meist jenseits der diesseitigen Weltlichkeit. Und auch im Harz gibt es diese Orte jenseits der Wirklichkeit. In Stolberg beispielsweise. Dort gibt es seit 2011 das „AndersweltTheater“. Direkt am historischen Marktplatz. Die beiden Theaterleute Mario Jantosch und seine Frau Christiane Wascher-Jantosch präsentieren hier ein beachtliches Repertoire. Gemeinsam mit ihren Söhnen spielen die diplomierte Opernsängerin und der Musikdramaturg ein breit gefächertes Programm.

Musikalisch-literarisches, Konzerte und Kabarett bis hin zu unterschiedlichen Veranstaltungsreihen. Darunter 14 eigene Titel  - vom Zille-Abend über Ringelnatz bis hin zu Tucholsky und Loriot. Und Märchen. Natürlich. Mittlerweile reist die aus Groß und Klein gleichermaßen bestehende und ständig wachsende Fangemeinde aus der ganzen Region zu den Vorstellungen an. Auf zwei Etagen sind Kleinkunstbühne und Märchencafé beheimatet.

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Die Schönheit des Verfalls

Der andere Harz. Das Gesicht, das keine Ansichtskarte, kein Tourismus-Prospekt und kein Reiseführer zeigt. Genau das nehmen Hobbyfotografen in den Fokus, die mit ihren Kameras auf der Suche nach so genannten Lost Places sind, nach verlorenen Orten. Ende Mai feiert ein Dokumentarfilm zu diesem Thema Premiere: „Vergessen im Harz“.

Geschlossene Ferienheime, stillgelegte Industrieanlagen und verfallene Sanatorien – im Harz gibt es so viele marode und vergessene Bauwerke, dass Fotografen ganze Bücher mit ihren Bildern füllen können. Aus ganz Deutschland zieht es Leute an jene Orte des Harzes, deren einstige Pracht man heute nur noch erahnen kann.

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„Ich habe beim Schreiben geweint“

Thomas Löffler war fünf Jahre alt, als seine Eltern ihn mit ihrem Trabant zum Internat fuhren. Beim Abschied stand er mit Tränen in den Augen vor der Blindenanstalt. Hier sollte er 16 Jahre seines Lebens verbringen. Qualvolle Jahre, die ihn geprägt und bis heute nicht losgelassen haben. Der Neinstedter Hobbyautor hat sich sein Leid nun von der Seele geschrieben.

Thomas Löffler trägt in einer Hand einen Karton voller Bücher, mit der anderen tastet er nach dem Wohnzimmertisch. Dass sein Name auf den Titelseiten der Bücher steht, weiß er. Aber er wird ihn niemals lesen können. Thomas Löffler ist als Kleinkind erblindet. „Ich habe das Crouzon-Syndrom, eine seltene Erbkrankheit“, erzählt er. „Mein Schädel ist zu klein. Das Gehirn drückte immer mehr auf den Sehnerv, bis der schließlich gar nicht mehr durchblutet wurde.“

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Musik für Dach und Haube

Am 8. August 1973 brannte der Kirchturm zu Hüttenrode nach einem Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder. In Mitleidenschaft wurde auch das damals bereits stillgelegte Kirchenschiff gezogen: Es war nicht mehr zu retten. Ein Verein will dem dem Gotteshaus am Kirchbrink nun zu neuem Glanz verhelfen.

Die Kirchruine soll wieder mehr in den Mittelpunkt des dörflichen Lebens treten. Der eigens dafür gegründete Förderverein KIRCHE   will sich zusammen mit der Kirchgemeinde dafür einsetzen, dass die Kirchruine wieder als Ort der Begegnung benutzt werden kann und der Ort aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wird.

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