„Größte Verrücktheit meines Lebens“

Mit der Eröffnung eines Ski- und Heimatmuseums in Friedrichsbrunn hat sich Gerald Fritsch einen lang gehegten Traum erfüllt. In der einst ältesten Privatpension des Ortes präsentiert der Sammler Hunderte Paar Skier, Schlittschuhe, Schlitten und viele andere Exponate, die mit dem Wintersport zu tun haben. Aber auch die heimische Flora und Fauna kommt thematisch geordnet nicht zu kurz. Mittlerweile platzt das Museum aus allen Nähten.

Die letzten Besitzer und Betreiber der „Pension Dippe“ hatten das Haus 1992 der Gemeinde mit der Maßgabe geschenkt, es ausschließlich als Museum zu nutzen. Fünf Jahre später war es soweit. 1997 wurde das Ski- und Heimatmuseum eröffnet. Von außen wirkt das Gebäude verlassen, fast ein bisschen heruntergekommen. Farbe blättert hier und da ab. Ja, das Haus hat bessere Zeiten erlebt.

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Fluffiges in XXL

Am höchsten Punkt von Blankenburg gehen rekordverdächtige Klöße auf. Auf dem Ziegenkopf kommen Super-Exemplare auf die Servierplatte.

Die Platte, auf der Annette Stock den Hefekloß serviert, hat die Länge ihres Unterarmes. Heiße Kirschen und Vanillesauce finden kaum noch Platz neben dem größten Hefeklöße der Welt. „Die sind unsere Spezialität. Dafür kommen unsere Gäste aus allen Ecken des Landes.“ Aus Ulf Kruft, der mit seiner Frau Annette hier seit 1. September 2000 die Gäste verwöhnt, spricht der Stolz.

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Omars lange Reise

Ganz allein hat sich Omar auf den Weg gemacht: Der 16-jährige Junge hat Syrien verlassen, um nach Deutschland zu fliehen. So absurd es klingt, aber seine Eltern haben ihn weggeschickt, weil sie ihn lieben.

Morgens halb sechs klingelt für den jungen Syrer Omar im Friedrichbrunner Kinderheim der Wecker. Per Bus und Bahn fährt er zusammen mit seinen Freunden nach Halberstadt, wo sie pünktlich 8 Uhr auf der Schulbank sitzen müssen. Im Deutschkurs der Kreisvolkshochschule versuchen die Kinder und Jugendlichen gerade, die deutschen Zeitformen zu verstehen.

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Das Kirchen-Puzzle

Die alte Stabkirche am Albrechtshaus soll umziehen. Nach 110 Jahren. Nur wenige Kilometer weiter nach Stiege. Das zumindest wünschen sich die Mitglieder eines Fördervereins, die das beschauliche Gotteshaus vor Vandalismus und dem unweigerlichen Verfall bewahren wollen. Doch so einfach, wie es sich anhört, ist das Ganze nicht. Ein komplizierter Fall.

Nur wenige Schritte von der Selketalbahn, die hier zwischen Güntersberge und Stiege verkehrt, entfernt, steht sie etwa auf halber Strecke: Die Stabkirche vom Albrechtshaus. Nur fünf dieser nordischen Bauten gibt es in Deutschland. Außer der Stieger Kirche gibt es ähnliche Häuser noch in Hahnenklee, Lübeck, Rust und in Stahnsdorf. Die in Stiege aber ist von allen die einzige, die bis heute unverändert ist. Ein Patient aus Schweden soll einst das Geld für den Bau nach seiner Heilung von der Tuberkulose hier im Albrechtshaus gespendet haben.

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Sich selbst begegnen

Die Wasserleberin Tina Siebeck lädt in ihr besonderes Kräuterlädchen ein und lässt sich vom Leben ihren Weg zeigen. Wer zu ihr kommt, der hat sich auf seinen eigenen Pfad gemacht.

Ja, ich hätte sie gerne kennengelernt“, sagt Neu-Hausherrin Tina Siebeck über ihre Vorgängerin Minna, nach der das Haus in Wasserleben benannt ist. „Minneken Hus“ steht mitten im Dorf und doch ist es eine Insel. Oma Minna wäre in diesem Mai 102 Jahre alt geworden. Oma Minnas Schwägerin, unterdessen selbst 88 Jahre alt, lud im Mai 25 Familienmitglieder an ihre Lebensstätte ein, in der jetzt Tina Siebeck mit ihrem Mann lebt.

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Die Scheunenbäckerin

Wo einst Draht gezogen wurde, bäckt heute in einem alten Forsthaus an der Selke Bettina Götze Kuchen und verwöhnt ihre Gäste.

Das Statistik-Programm von Bettina Götze spuckt es aus: Ihre Friesentorte wird viermal öfter bestellt als jede andere ihrer Kuchenkreationen. Wer so ein Stück aus Stachelbeeren, Baiser und Sahne kostet, weiß, warum. Nein, Konditorin ist sie nicht. „Ich backe den klassischen Mutti-Kuchen“, stapelt sie tief. Jeden Tag vier Kuchen, in Stoßzeiten bis zu 20. Die Gäste danken es hier.

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Helfen statt hetzen

In was für einem Land leben wir eigentlich? Diese Frage stellt sich HARZZEIT-Autorin Dana Toschner. Sie begleitete die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation in die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber, sah traurige Szenen und traf Helfer, die Angst vor Anfeindungen haben.

ZASt-Besuch in Halberstadt. Dieser Bilder graben sich einem tief ins Herz. Gleich hinter der Schranke hocken Flüchtlinge auf dem Boden und starren ins Leere, ihr ganzes Hab und Gut um sich gestapelt. Die meisten haben ihre Kleider in Müllsäcken verstaut, nur wenige konnten in der Kleiderkammer einen Koffer ergattern. Ein Mann sitzt in einem Jogginganzug auf der Erde, mit dem Rücken an einen Container gelehnt.

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Ich bin so glücklich, hier zu sein

Afghanische Flüchtlinge machen unter den Asylbewerbern in Deutschland nach den Syrern die zweitgrößte Gruppe aus. Das spiegelt sich auch in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt wieder. Ein afghanischer Familienvater erzählt, warum er sich mit seiner Frau und den kleinen Töchtern auf den Weg gemacht hat.

Amanullah Amani spricht ein bisschen Englisch. Der junge Mann aus Afghanistan steht im Zelt der Caritas und strahlt übers ganze Gesicht. „Ich bin so glücklich hier zu sein“, sagt er. Er ist mit seiner Frau und den drei kleinen Töchtern vor zwölf Tagen in Halberstadt angekommen.

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Magischer Nussknacker

Der 42-jährige Can Arslan ist neuer Ballettdirektor am Nordharzer Städtebundtheater. Nach „Peer Gynt“ bringt er nun das wohl bekannteste Weihnachtsballett auf die Bühne:
„Der Nussknacker“.

Im Ballettsaal strecken sich die Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie des Nordharzer Städtebundtheaters, wärmen sich auf, tragen keine opulenten Kostüme, sondern lockere Kleidung. Sie unterhalten sich auf Englisch, Französisch, Katalanisch und Japanisch. Der neue Ballettdirektor Can Arslan leitet selbst das vormittägliche Training.

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Ultraleicht

Scheinbar schwerelos ziehen Segelflieger ihre Kreise. Ihre Eleganz und Geschwindigkeit faszinieren Thomas Brandes. Er will seiner Leidenschaft unbedingt nachgehen und überwindet für seinen Traum alle Hindernisse.

Linienflüge sind wie Kutsche fahren, Segelfliegen dagegen ist die Formel Eins“, sagt Thomas Brandes. In nur etwa zwei Sekunden erreicht er mit seinem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Das Segelfliegen ist die Leidenschaft des 51-Jährigen, die er durch Zufall entdeckt hat. 2012 wurde er auf einen Segelflugverein in Wolfenbüttel aufmerksam. Eigentlich hatte der Unternehmer aber ganz andere Pläne: Statt ins Cockpit wollte er wieder aufs Motorrad steigen. Die Begeisterung für die schnellen Zweiräder hatte er auf Eis gelegt, bis er hörte, dass man die Maschinen auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen umbauen kann.

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