Herr der Sägen

Bis vor wenigen Jahren war Bernd Winter ein ganz normaler Tischler. Er hat Fenster, Haustüren, Treppen, Carports und Vordächer gebaut. Heute reist er durch die Welt, um bei internationalen Wettbewerben und Künstlertreffen Holzfiguren zu schnitzen. Sein Werkzeug ist schwer, laut und sieht aus, als könnte man damit eher Brennholz herstellen als Kunst schaffen: Er arbeitet mit der Kettensäge. Er kann sich noch an den Moment erinnern, an dem er das erste Mal selbst über das gestaunt hat, was ein Kettensägen-Schnitzer mit seinem Gerät entstehen lassen hat: „Wir waren 2002 im Urlaub an der Ostsee. In Zingst gab es eine Skulpturen-Ausstelllung. Ich war fasziniert, wie filigran man mit einer Säge arbeiten kann“, erzählt er. >>>

Filmrolle adé Festplatte juchhe

Pro Filmrolle, die er vom Verleiher bekommt, muss Andreas Becker in den Volkslichtspielen in Wernigerode so um die 17 Kilogramm wuchten. Und das jedes Mal, wenn er sie in die Hand nimmt. So schwer ist nämlich die 35mm-Kopie eines etwa eineinhalb Stunden dauernden Films. Da kommt bei mehreren Vorführungen am Tag schon einiges an Gewicht zusammen, was der 39-Jährige bewegen muss. Damit gehört der Filmvorführer zu den Menschen, die wohl eher kein zusätzliches Krafttraining brauchen. Noch. Denn auch in den Volkslichtspielen hält dieser Tage das digitale Zeitalter Einzug. >>>

Backen ohne Fertigmischung

Im Mai wurde in Ilsenburg groß gefeiert: An diesem Tag jährte sich zum 100. Mal der Jahrestag der Gründung und Eröffnung der Bäckerei von Heinrich Kelber. Das Unternehmen ist damit der älteste Backbetrieb in der Stadt, der von Anfang an durchgehend produziert. Heinrich und Marie Kelber hatten den Grundstein für die Bäckerei und Konditorei in der Mühlenstraße gelegt. Sohn Karl-Heinz übernahm dann mit seiner Frau Ilse im Oktober 1951 das Geschäft. Seit Juli 1986 führen deren Tochter Brigitte und ihr Ehemann Hans-Jürgen Pflugner die Backtradition in dem Handwerksbetrieb fort. >>>

Ich bau ne Stadt für mich

Im Mai wurde in Ilsenburg groß gefeiert: An diesem Tag jährte sich zum 100. Mal der Jahrestag der Gründung und Eröffnung der Bäckerei von Heinrich Kelber. Das Unternehmen ist damit der älteste Backbetrieb in der Stadt, der von Anfang an durchgehend produziert. Heinrich und Marie Kelber hatten den Grundstein für die Bäckerei und Konditorei in der Mühlenstraße gelegt. Sohn Karl-Heinz übernahm dann mit seiner Frau Ilse im Oktober 1951 das Geschäft. Seit Juli 1986 führen deren Tochter Brigitte und ihr Ehemann Hans-Jürgen Pflugner die Backtradition in dem Handwerksbetrieb fort. >>>

Leichtgewicht auf der Überholspur

Auf dem Betriebsgelände in Ilsenburg reihen sich die Lkws und Transporter in langen Schlangen aneinander. Sie könnten allerdings noch nicht mal einen Blumentopf transportieren, weil zwar Fahrerhaus und Rahmen vorhanden sind, aber der Aufbau fehlt. „Genau das ist uns Metier“, sagt Rainer Kramer, Geschäftsführer der Rapid Leichtbau GmbH. „Wir stellen Kofferaufbauten her und verfolgen dabei ein anderes Konzept als die Mitbewerber. Wir setzen auf Leichtigkeit. Weniger Gewicht bedeutet mehr Nutzlast.“ Hinter dem Slogan „Leichter ist keiner“ verbirgt sich eine nachvollziehbare Idee. >>>

Alles Senf

Senf ist in. Und das nicht nur seitdem es das Gericht „Kartoffeln, Senfsoße & gekochte Eier“ gibt. Der Vielfalt dieses Gewürzes, das seit einigen Jahren eine wahre Renaissance zu erleben scheint, sind keine Grenzen gesetzt. Das findet auch Simone Seiboth. Über 40 verschiedene Sorten bietet sie in ihrem Refugium Am Finkenherd 6, mitten im Fachwerkensemble der Kaiserstadt Quedlinburg an. Nur wenige Schritte hinter der Samocca-Kaffeerösterei kann der geneigte Besucher des Ladens in diese Welt eintauchen. Und auch probieren. Quer Beet sozusagen. Und: Das Repertoire ist breit gefächert. Es reicht vom Dauerbrenner Aronia, einem auf der Schwarzen Apfelbeere hergestellten, sehr fruchtigem Senf, bis hin Zimtzickensenf.
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Irgendwie anders

Matthias Ottenberg war das Ganze am Morgen doch ein bisschen unheimlich vorgekommen. Er wusste nicht so recht, was ihn erwartet. Würden die Gymnasiasten tatsächlich hochnäsig und abweisend sein? Würden Sie auf ihn herabschauen? Über ihn lachen? Er hat es in der Schule nie so weit gebracht wie sie. Mit Lernschwierigkeiten quälte er sich mühsam durch die Schulstunden.
Den Elftklässlern, die da drinnen auf ihn warten, stehen alle Wege offen. Sie könnten Wissenschaftler werden oder Bankdirektor, Ärztin oder Firmenchefin. Matthias Ottenberg selbst ist froh, dass er einen Arbeitsplatz in der Werkstatt der Quedlinburger Lebenshilfe gefunden hat und einen Platz in einer betreuten Wohngemeinschaft.
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Solist mit zweiter Geige

„Finnische Jungs. Und dann können sie nicht Ski fahren, sondern spielen Fußball.“ Lachend erzählen Jenni und Juha Koskela von ihren beiden Söhnen. Die sind beide in Halberstadt geboren, wo ihr Vater seit vielen Jahren als Solist am Nordharzer Städtebundtheater engagiert ist und ihre Mutter schon die dritte Spielzeit im Orchester Geige spielt. „Ein riesiger Glücksfall, dass wir beide hier Arbeit gefunden haben“, meint Jenni Koskela, die vorher als Orchestermusikerin in Pforzheim tätig war. Die Koskelas sind eine richtige Theaterfamilie. Der 43-jährige Vater singt den Marcello in „La Boheme“, der Sohn in der gleichen Inszenierung im Kinderchor. Während die Mutti (39)  im Orchestergraben musiziert und der fünfjährige Sohn im Zuschauerraum sitzt.
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Der Hirsch fährt Fahrrad

Kathrin Abel rollt, wie es sich für die Inhaberin einer Radler-Pension gehört, auf dem Fahrrad um die Ecke. Sie hat ein paar Fotoalben im Korb. Die Bilder zeigen, wie der „Schwarze Hirsch“ und der gleich nebenan liegende Veranstaltungssaal noch vor ein paar Jahren aussahen. Kurz nach der Wende war der Gasthof geschlossen worden, die Jahre des Leerstands haben ihre Spuren hinterlassen. Der „Schwarze Hirsch“, der über viele Jahrzehnte Treffpunkt für die Dorfbevölkerung war, verfiel zusehends. Der Alteigentümer aus den alten Bundesländern, dem das Gebäudeensemble rückübertragen worden war, hatte anfangs große Pläne. „Aber aus denen wurde nichts“, erzählt Kathrin Abel.
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Der Körper spricht

Elie Levy ist in den vergangenen zwanzig Jahren als Pantomime in vielen Ländern aufgetreten. Der in Hamburg lebende Künstler mit israelischen Wurzeln kommt am 16. Mai mit seinem Vortrag über die Geheimnisse der Körpersprache auf Einladung der Kreisvolkshochschule Harz nach Halberstadt. Im Rathaussaal verrät er ab 19 Uhr unter anderem, wie man erfolgreich flirtet und Lügner ertappt. HARZZEIT-Autorin Dana Toschner sprach mit ihm. Karten für den Vortrag „Nonverbale Botschaften – Eine Einführung in die Geheimnisse der Körpersprache“ mit Elie Levy am 16. Mai im Rathaussaal Halberstadt gibt es zum Preis von 20 Euro in den Standorten der Kreisvolkshochschule in Quedlinburg, Halberstadt, und Wernigerode. mehr lesen >>>